Wieder ein Publikumspreis für den „Testfahrer“

Posted by on 30. Oktober 2013

Großer Erfolg während des Kurzfilm-Festivals „Klappe auf!“ in Hamburg

Von Iris Henning

Mühlhausen. Mit dem Publikumspreis wurde der in Mühlhausen produzierte Dokumentarfilm „Testfahrer“ jetzt während des Kurzfilm-Festivals „Klappe auf!“ in Hamburg ausgezeichnet. Diese Auszeichnung ist für den „Testfahrer“ der mittlerweile 24. Filmpreis und der neunte Publikumspreis. Gerührt und sehr stolz nahmen der Titelheld Volkmar Kirschbaum (71) aus Mühlhausen und der jetzt in Leipzig lebende junge Regisseur Florian Arndt (als er den Film drehte, war er gerade mal 18 Jahre jung) den Preis aus den Händen der berühmten Schauspielerin Catherine Flemming entgegen.

Für seine Rolle als „Testfahrer“ musste der schwerkranke und mehrfach schwerstbehinderte Volkmar Kirschbaum

Testfahrer Volkmar Kirschbaumnicht üben. Er spielt sich selbst – den früheren Fensterputzer und heute durch schwere Krankheiten gebeutelten Mann, der trotz aller feindlichen Anwürfe des Lebens wie Arthrose, Muskelschwund, Diabetes, Multiple Sklerose und nun auch noch Prostatakrebs seinen Lebensmut und vor allem seinen Humor nicht verlor. Obwohl Volkmar Kirschbaum so ziemlich alles besitzt, was einem Menschen das Leben nur schwer machen kann, scheint er in jeder Lebenssituation einen flotten Spruch auf den Lippen zu haben. Genau das macht ihn zum sympathischen und liebenswerten Filmhelden. So wie ihn halb Mühlhausen kennt, rollt er mit seinem fahrenden Untersatz, an dem das Schild „Testfahrer“ angebracht ist, auch in dem etwa 20-minütigen Dokumentarfilm fröhlich und lächelnd über die Leinwand. So wird Kirschbaum zum sympathischen Mutmacher vor allem für die Menschen, denen das Leben nicht so gut mitspielt.

Der Dokumentarfilm „Testfahrer“ hat übrigens schon einige hochrangige Auszeichnungen eingefahren, darunter im Jahr 2012 die „Goldene Filmthuer“ im Landesfilmfestival Thüringens in Jena und den Publikumspreis im Festival „Kurzsüchtig“ in Leipzig. Der „Testfahrer“ wird mittlerweile mit Untertiteln selbst im Ausland gezeigt. Von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden gab es das Prädikat „besonders wertvoll“. Inzwischen gehört der Film vielerorts sogar zum Schullehrprogramm.

Über diesen Erfolg ist nicht nur der Regisseur Florian Arndt überglücklich, sondern vor allem Volkmar Kirschbaum selbst. „Es ist großartig, das ein einfacher Mensch wie ich so viel Beachtung findet und ich dadurch die Möglichkeit finden, so viele interessante Bekanntschaften zu machen. Und ich finde es großartig, wenn ich als Testfahrer anderen Menschen, die ebenfalls behindert oder schwer krank sind, Mut zum Leben machen kann.“

 

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