Ein Hainich-Kleinod feiert seinen 15. Geburtstag

Posted by on 9. August 2013

Landgasthof „Alter Bahnhof“ bereitet sich auf traditionellen Handwerker- und Bauernmarkt vor

Von Iris Henning

Heyerode. Wenn sich am Sonntag, 1. September, im „Alten Bahnhof“ wieder das Tor zum traditionellen Handwerker- und Bauernmarkt öffnet, gibt es in diesem Jahr einen zusätzlichen Grund zum Feiern: Der in einen Landgasthof verwandelte ehemalige Bahnhof feiert seinen 15. Geburtstag. Daran erinnert Stefan Perach, der verantwortlicher Mitarbeiter in dem Haus ist, das zu den Mühlhäuser Werkstätten gehört. Zudem hat Perach in der Küche des Landgasthofes den Hut auf.

Erwartet zum großen Fest werden nicht nur Gäste aus Heyerode und dem Landkreis, sondern aus der gesamten

Alter Bahnhof Stefan Perach Sandra Perach Ronald Schollmeyer (8)

Ruhe vor dem großen Ansturm: Stefan Perach (l.), Sandra Perach und Ronald Schollmeyer bereiten gemeinsam mit ihrem Team den traditionellen Markt vor und erinnern an das 15-jährige Bestehen des Hauses als Landgasthof. Foto: Iris Henning

Republik. „Unsere Ferienhäuser und Ferienwohnungen sind bis Oktober ausgebucht“, freut sich Perach mit seinem Team. „In diesem Jahr ist richtig was los“, schaut er auf die lange Reservierungsliste. Die gestiegene Nachfrage sieht er als Ergebnis der zunehmenden Bekanntheit des „Alten Bahnhof“. Dafür ist lange geklappert worden: Drei Mal im Jahr ist das Haus auf namhaften Tourismusmessen vertreten, so auch auf der ITB in Berlin. Nicht nur Informationen werden dort verteilt, sondern auch guter Geschmack aus der Region. Stefan Perach verwöhnt die Messe-Gäste mit Gutem aus Topf und Pfanne und macht so auch über Gaumenfreuden Lust auf das idyllisch am Waldrand gelegene Gasthaus inmitten des Hainichlandes und der Welterberegion Hainich Wartburg.

Weitere gute Gründe, in Heyerode Urlaub und Freizeit zu genießen, listet Sefan Perach gern auf: mit drei und fünf Sternen geadelte Unterkünfte, die Zertifizierung „Wanderbares Deutschland“, der Bauernhof mit Streichelzoo, der Abenteuerspielplatz für Kinder, die vielen Wanderwege, die direkt am Alten Bahnhof beginnen, das gute Essen, die Ruhe, die Gastfreundschaft …

Freilich ist der „Alte Bahnhof“ schon viel älter als 15 Jahre. Von 1911 bis 1968 durchquerte eine von Mühlhausen kommende und nach Treffurt führende Eisenbahn den Hainich, die im Volksmund die „Vogteier Bimmel“ hieß. Durch die Anbindung an die Kreisstadt sollte sowohl eine Verbesserung der Infrastruktur als auch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage erreicht werden. Der Bau der Bahnstrecke von Mühlhausen nach Treffurt wies viele Besonderheiten auf. So musste von Treffurt bis Heyerode ein Höhenunterschied von 251 Meter sowie von Mühlhausen bis Heyerode ein Höhenunterschied von 225 Meter überwunden werden Mit seinen 427 Meter über dem Meeresspiegel bildete der Heyeröder Bahnhof den höchsten Punkt der gesamten Strecke und war zudem der größte und von seiner Lage her der schönste Bahnhof.

Der 15. Geburtstag des heutigen Landgasthofes erinnert vor allem die Älteren in Heyerode und Umgebung noch an die Bahnhofzeit. Fast genau um diesen Geburtstag vor 45 Jahren, im September 1968, fuhr die „Vogteier Bimmel“ ein letztes Mal. Die Stilllegung der Strecke war beschlossene Sache. In den Jahren von 1971 bis 1991 gehörte dann der ,,Alte Bahnhof“ mit Bungalowsiedlung und kleinem Schwimmbecken zum Besitz der Westthüringer Kammgarnspinnerei Mühlhausen und wurde als Ferien- und Urlauberheim genutzt.

Nach der politischen Umbruchzeit im Land stand das Objekt lange Zeit leer. Im Dezember 1996 gelangte das Objekt in den Besitz der Mühlhäuser Werkstätten, die den „Alten Bahnhof“ zwei Jahre später, im September 1998, als Landgasthof eröffnete. Heute sind dort 26 Menschen mit Behinderungen tätig. Unter fachlicher Anleitung pflegen sie die Außenanlage, sind in der Hauswirtschaft, in der Küche und im Service tätig. Auf dem Bauernhof kümmern sie sich um die vielen Tiere wie Hühner, Enten, Esel, Hängebauchschwein und weitere. Und sie helfen, den Handwerker- und Bauernmarkt sowie das Jubiläum zu einem schönen Fest werden zu lassen.

 

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