Märchenhafter Einsatz mit pädagogischem Nebeneffekt

Posted by on 21. März 2013

Zwei FSJ-lerinnen unterstützen die 3K-Arbeit vor und hinter der Kulisse

 

Mühlhausen. Ein Jahr lang verstärken Melinda Klingbeil aus dem erzgebirgischen Zwönitz und Julia Rauchmal aus Molschleben bei Gotha die Arbeit im jugendkulturellen Zentrum 3K. Die jungen Damen im Alter von 18 und 20 Jahren wählten das Freiwillige soziale Jahr (FSJ) als Möglichkeit, sich auf die berufliche Zukunft vorzubereiten.

Melinda ist für ihre zwölf Monate im Projektmanagement eingesetzt, Julia im Atelier. Ihr Arbeitsgebiet reicht in der Praxis allerdings wesentlich weiter. Es beginnt beim Kartenverkauf und reicht bis zum Einsatz auf der Bühne. Die FSJ-lerinnen sind Mädchen für (fast) alles und haben Freude dabei. Denn beide meinen: „Es macht riesig Spaß, sich auf so breitem Feld ausprobieren zu können“.

FSJler im  Märchenball

Melinda Klingbeil (l.) und Julia Rauchmaul genießen ihren Auftritt beim Märchenball. Foto: Iris Henning

Besonderen Spaß hatten Melinda und Julia mit einer extra Aufgabe. Sie sollten einen Ball vorbereiten, einen Mitmach-Märchenball für Kinder mit allem, was dazu gehört, also mit Kostümen, Musik und Tanz. Aus dieser Aufgabe machten die FSJ-lerinnen ein „Grimm’sches Vergnügen“. Aus dem Stoff der bekanntesten Märchen wie Der gestiefelte Kater, Die Bremer Stadtmusikanten, Schneewittchen und Dornröschen bastelten sie unterhaltsame Stunden mit pädagogischem Nebeneffekt. Fast wie nebenbei lernen die jungen Ballgäste im Kindergarten- und Grundschulalter, wie Theater funktioniert, wie Kostüme und Masken hergestellt werden und wer eigentlich die Gebrüder Grimm sind.

„Der Märchenball ist eine wunderbares Angebot geworden“, freut sich der 3K-Geschäftssführer und Spielleiter Bernhard Ohnesorge über das große Engagement der zeitweiligen Verstärkung. Viel Lob hat er für die jungen Damen übrig: „Wie sie in der kurzen Zeit den Ballteilnehmern das Thema Theater vermitteln, ist einfach großartig“.

Über die jährliche FSJ-Verstärkung ist man in der Theaterwerkstatt mehr als glücklich. „Ohne diese Hilfe könnten manche Angebote einfach nicht mehr stattfinden. Zudem kommen frische Ideen in unsere theaterpädagogischen Angebote“, schätzt Ohnesorge ein. Eine der zwei FSJ-Stellen wird seit einigen Jahren durch die Sparkassen-Kulturstiftung gefördert. „Darüber sind wir sehr froh“, erklärt der Spielleiter. Denn wenn auch die Arbeit der jungen Leute jedes Jahr dringend gebraucht werde, könne der Verein sie allein nicht finanzieren. „Auch, wenn ich es schon oft gesagt habe: Wir sind auf Förderung unbedingt angewiesen, um all das zu leisten, was die großen und kleinen Besucher an uns schätzen“, fügt Ohnesorge an.

In den kommenden Osterferien wird das unter anderem der Märchenball sein. Bereits in den Winterferien vergnügten sich dabei mehr als hundert Ferienkinder aus Mühlhausen und Umgebung. Der Grimm’sche Spaß muss sich unter den Schulen und Kindergärten herumgesprochen haben: Alle drei Frühjahrsferien-Märchenbälle sind bereits ausgebucht. Melinda und Julia freuen sich schon auf ihren nächsten bevorstehenden märchenhaften Auftritt.

Noch bis zum 31. August 2013 werden beide aktiv die Kulturarbeit in der Theaterwerkstatt mitgestalten und Erfahrungen vor und hinter den Kulissen eines Theaterbetriebes sammeln. Melinda und Julia sind zwei von insgesamt 90 jungen Leuten aus ganz Deutschland, die gegenwärtig ein freiwilliges Jahr in der Kultur in Thüringen leisten und diese Möglichkeit zugleich für ihre Berufsorientierung nutzen.

 

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