Ein Musiker namens „Dutch“

Posted by on 25. Februar 2013

Die Kulturbund Swingers setzen mit ihren Konzerten klangvolle Akzente in der Region. Der Mann an der Klarinette ist Rainer Fenkl aus Mühlhausen

Von Iris Henning

Landkreis. Musik setzt klangvolle Farbtupfer. Besonderer Tupfer in einer Region ist die Musik, die in der Region selbst gestaltet wird. Im Unstrut-Hainich-Kreis zum Beispiel durch die Gruppe „Kulturbund Swingers“. Die befindet sich jetzt in ihrem „verflixtes siebentes Jahr“. Wie durch Zufall fanden sich die Musikschaffenden im Januar 2006 zusammen – und verstanden sich auf Anhieb. Einer von ihnen ist Rainer Fenkl aus Mühlhausen. Klarinette, Saxophon, Mundharmonika, Gitarre, Bass-Gitarre, Schlagzeug und Percussion-Instrumente sind seine musikalischen Elemente

Sein erklärtes Lieblingselement ist die Klarinette. „Auf dem Instrument habe ich meine musikalische Ausbildung“, erklärt er. Die hat er sich geleistet, als er um die 15 war. Jede übrige Mark hat er in den privaten Musikunterricht investiert. Eine klassische Musiker-Ausbildung wäre ein Traum von ihm gewesen – kam praktisch aber nicht in Frage. „Kind, lern‘ was Ordentliches, Musik kannste nebenbei machen“, war der stete Spruch seiner Eltern.

Rainer Fengl (2)

Rainer Fenkl gehört seit 2006 zu den Kulturbund Swingers. Seine großen Vorbilder sind der englische Jazzklarinettist Mr. Acker Bilk und die Gruppe Dire Street sowie Bach und Beethoven. Foto: Iris Henning

Er lernte was „Ordentliches“, wurde Koch, Bäcker und Konditor, fuhr zur See und arbeitete später als Bankangestellter. Die Klarinette und weitere Instrumente wurden zu Begleitern. Während der langwöchigen Seefahrten über die Weltmeere war er in der Mannschaft ein gern gesehener Unterhalter an Bord.

Wenn auch die Berufe wechselten, blieb seine Liebe zur Musik eine Konstante in Rainer Fenkls Leben. „Musik machen ist für mich pure Freude“, sagt er.

In mehreren Gruppen spielte er im Laufe der Jahrzehnte mit, seit 2006 bei den Kulturbund Swingers. Dort ist er der „Dutch“, ein Neckname, der ihn seit seiner Jugend begleitet. Entlehnt ist er dem französischen Film „Einmal Millionär sein“, in dem zwei gerissene Ganoven auf grandiose Weise Goldbarren stehlen. Einer der sympathischen Ganoven heißt „Dutch“ und soll dem damals jungen Rainer Fenkl nicht unähnlich gesehen haben. Zudem gibt es noch die namhafte Jazz-Combo „Dutch Swing College Band“, die sich in dem Jahr in den Niederlanden gründete, als Rainer Fenkl geboren wurde: 1945.

Auch der Kulturbund-Swinger-Dutch hat den Jazz auf seiner persönlichen Beliebtheitsskala ganz oben stehen. So träumt er davon, einmal mit der Gruppe beim großen Dixieland-Festival in Dresden dabei sein zu können und vor einem begeisterten Publikum zu spielen, das jedes Soli mit Applaus anspornt.

Noch eine Frage an „Dutch“: Stimmt es, dass Musiker gern ein Bierchen trinken?

„Klarinette spielen macht schließlich durstig.“, meint er schmunzelnd. „Wir machen doch Musik aus Freude, treffen uns jeden Freitag zur Probe und ein Stück Geselligkeit gehört dort dazu“, fügt er an.

Rainer Fenkl probt nicht nur freitags, sondern zwei bis dreimal die Woche, um auf allen Instrumenten fit zu bleiben. Seine Frau störe das nicht („sie geht in ein anderes Zimmer“). Nur der Hund, sagt „Dutch“, verziehe ab und zu beleidigt die Schnauze. So lange seine Musikerkollegen und das Publikum es dem Hund nicht gleich tun, wird er weiter als Kulturbund-Swinger Musik spielen. „Aber wenn es eines Tages nicht mehr geht, weil die Finger nicht mehr so können, wie sie es sollten, dann ist es Zeit zu gehen“, steht für den Senior fest. Doch noch denkt er nicht daran. Gegenwärtig arbeiten er und seine Musiker-Freunde an einer eigenen CD. Und vielleicht wird der Traum von Dresden ja auch noch wahr.

 

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