Der Vorabend der Reformation

Posted by on 6. Februar 2013

Neue Ausstellung steht ganz im Zeichen der Lutherdekade und will Vergessenes rekonstruieren

Mühlhausen. Gute Nachrichten aus den Mühlhäuser Museen: Die Wiedereröffnung des Museums am Lindenbühl am 28. September dieses Jahres wird mit einer außergewöhnlichen Ausstellung gefeiert. Diese trägt den Titel „Umsonst ist der Tod! Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation“.

„Am Vorabend der Reformation – unter dieser Überschrift werden für gewöhnlich die vermeintlichen Missstände in der christlichen Kirche am Ausgang des Mittelalters aufgezeigt, die die Reformation als einschneidende Wende und erlösenden Ausweg erscheinen lassen“, so Museumsdirektor Thomas T. Müller. Der Geschichtsexperte ergänzt: „Das von der älteren protestantischen Geschichtsschreibung vermittelte Bild einer allgemeinen Krise des abendländischen Christentums, aus dem sich der reformatorische Aufbruch als notwendige Konsequenz ergab, passt jedoch nicht zur Frömmigkeitspraxis um 1500“. Müller beruft sich auf ein Zitat des Kirchenhistorikers Bernd Moeller: „Die Kirche hatte Hochkonjunktur“. Mit Enthusiasmus stürzten sich seinerzeit die Menschen in einen religiösen Tatendrang um ihr Seelenheil. Kirchenräume füllten sich mit frommen Stiftungen, Wallfahrten wurden beliebter denn je, Andachtsbilder, Heiligenfiguren und Pilgerzeichen wurden in Serie hergestellt.

Die Ausstellung „Umsonst ist der Tod“ steht im Rahmen der Lutherdekade und wird von September 2013 bis Oktober 2014 nacheinander in Mühlhausen, in Leipzig und Magdeburg zu sehen sein. Mit der Ausstellung soll die in Mitteldeutschland weithin vergessene religiöse Alltagspraxis der vorreformatorischen Zeit rekonstruiert und wiederentdeckt werden. ih

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