Schatzkisten und Klangfarben

Posted by on 12. Februar 2012

Ekkehard und Elvira Franz begeistern mit ihrer Kunst das Publikum in der Galerie im Schloss Dryburg.

Bilder voll zauberhafter Finesse und Truhen, die zum Anfassen verführen

Von Iris Henning

Bad Langensalza. Diese Ausstellung ist eine Verführung sowohl für die Augen als auch für die Hände. Mit Klangfarben und Schatztruhen verzaubern Elvira und Ekkehard Franz das Publikum in der Galerie des Vereins Kunstwestthüringer. „Gegenüber“ titelt das Paar aus Quedlinburg seine Schau im Schloss Dryburg, die am Freitagabend eröffnet wurde. Ein Titel, über den man nicht allzu viel rätseln sollte. Denn das, was es an wunderbaren und verblüffenden Dingen zu sehen gibt, verrät er nicht. Elvira und Ekkehard Franz bringen „ein optisches Angebot an unsere Sinne, das für unsere Augen vergleichbare Empfindungen bereithält wie ein Lied, ein Gesang oder der Klang eines Instruments für unser Ohr“, beschreibt der Mühlhäuser Galerist Peter Zimmer – er hielt die Laudatio – die Bilder von Elvira Franz. Was die Malerin im Schloss zeigt, sind harmonische und zugleich geheimnisvolle Kompositionen aus Linien, Flächen und Ebenen, aus farbenreicher Dichte, Kraft und Fülle. Sie „entfalten eine zauberhafte Finesse und Eleganz“, lobt Zimmer.

So, wie Elvira Franz‘ Bilder die Augen zu immer neuen Spaziergängen durch ihre dreidimensional wirkenden Bilderlandschaften verführen, sind die Schatullen und Truhen von Ekkehard Franz die pure Verführung für die Hände. Kaum einer unter dem Publikum, der nicht versucht wäre, die Schubladen und Deckel zu öffnen oder mit der Hand über die glatte, beinah zarte Oberfläche zu fahren. Das geschieht meist klammheimlich. Niemand will sich schelten lassen, Ausstellungsgegenstände zu berühren. Um so größer scheint die heimliche Freude an dieser Art der künslterischen Entdeckung. Das wundert in keiner Weise. „Was Ekkehard Franz dem Kiefer-, Linden- oder Erlenholz entlockt, ist betörend schön“, würdigt Peter Zimmer in der Laudatio. Dabei sind Franz‘ Schatztruhen ein Paradox. Eigentlich sind Schatztruhen dafür gemacht, Schätze zu bewahren. Doch dann müssten die Schatullen ja vor neugierigen Blicken verwahrt werden. Franz‘ Truhen wurden durch dessen Kunst am Holz selbst zu Schätzen, die man gern den bewundernden Blicken aussetzt.

Viel Bewunderung gab es an jenem Vernissage-Abend noch für einen dritten Künstler – für Christian Georgi aus Berlin. Er betörte das Publikum mit Klängen seiner Zauberflöten. So wurde der Abend zum dreifachen Genuss.

Zu sehen ist die Ausstellung „Gegenüber“ noch bis zum 17. März. Die Galerie im Schloss Dryburg hat Donnerstag bis Samstag jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

DIASCHAU

 

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