Sinnbild für Konflikte

Posted by on 31. Dezember 2011
Die Erdkröte ist der Froschlurch des Jahres 2012

 

Hainich. Sie sind bräunlich-grau, etwa 8 bis 12 Zentimeter lang und besitzen eine warzige, trockene Haut und große, paarige Ohrdrüsen. In der Märchenwelt sind sie verwunschene Prinzen oder Prinzessinnen. In der richtigen Welt gelten sie im Allgemeinen nicht als sonderliche Schönheiten.

Die Erdkröte ist die größte einheimische Krötenart. Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde

In der Krötenwelt sind die Weibchen die Starken. Geht es im Frühjahr in die Laichgewässer, nehmen sie die Männchen huckepack. Foto: Ralf Weise

(DGHT) hat sie zum Lurch des Jahres 2012 erklärt. Der Grund: Die Erdkröte steht wie keine zweite Amphibienart für den Naturschutz an den Straßen. In der heutigen vom Automobil geprägten Kulturlandschaft ist der Lurch des Jahres 2012 geradezu Sinnbild für die Konflikte zwischen Straßenverkehr und heimischer Tierwelt.

Es sind Hunderttausende an ihre Laichgewässer wandernden Erdkröten, die jedes Jahr im Frühjahr auf den Straßen ihren Tod finden. Auf Abermillionen wird die Zahl der winzigen Jungtiere geschätzt, die im Sommer ihre Geburtsgewässer verlassen und oft schon nach wenigen Metern Wanderschaft ihr jähes Ende auf dem Asphalt finden.

Da ist es schon erstaunlich, dass die Erdkröte noch immer zu den häufigsten Amphibienarten zählt.

„Dennoch ist ein rückläufiger Bestandstrend auch bei dieser insgesamt noch wenig gefährdeten Art erkennbar“, heißt es von der DGHT. Jahr für Jahr betreuten daher ehrenamtliche Naturschützer Krötenzäune und Eimerfallen. Mancherorts würden Straßen gesperrt oder dauerhafte Leiteinrichtungen und Krötentunnel errichtet. ih

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