Emporebilder wieder in Kilianikirche

Posted by on 25. Dezember 2011

Ein Geburtstagswunsch des 3K-Spielleiters ging in Erfüllung. Jetzt wartet der Nächste auf Verwirklichung.

Die Bilder aus dem 18. Jahrhundert müssen noch eine professionelle Schönheitskur bekommen

 

Von Iris Henning

Mühlhausen. In die Kirche St. Kiliani, die seit fünf Jahren Spielstätte des Kulturvereins 3K ist, sind die barocken Emporebilder zurückgekehrt. Am Dienstagabend wurden die Bildtafeln aus dem 18. Jahrhundert dem Publikum feierlich vorgestellt. Die Bilder zieren nun die Wand im oberen Foyer des Hauses.

Jahrelang fristeten die Bilder in ihrer dringenden Renovierungsbedürftigkeit unbeachtet dahin. Vermutlich wären sie in Vergessenheit geraten, wenn 3K-Spielleiter Bernhard Ohnesorge nicht genau vor einem Jahr, anlässlich seines 66. Geburtstages, einen besonderen Wunsch geäußert hätte. „Ich besitze alles, was ich brauche – würde mich aber über eine Spende freuen, denn diese soll der Grundstock sein, die Emporenbilder zum 5-jährigen Bestehen der Spielstätte Kilianikirche restauriert an ihren Ursprungsort zurückzubringen“, bat er damals seine Gäste. Das Geld reichte zumindest für ein Erste-Hilfe-Paket für die Bilder auf Holz, in denen sich schon der Holzwurm eingerichtet hatte.

Die Rückkehr der Empore-Bilder anlässlich des 67. Geburtstages bezeichnete Ohnesorge am Dienstagabend als sein schönstes Geschenk und dankte allen, die das ermöglicht haben. Er sei sehr glücklich, dass die Bilder wieder dort seien, wo sie hingehörten: in die Kirche. Und dennoch habe er einen weiteren Wunsch. Er möchte die barocke Farbpracht der Bilder wieder hergestellt haben und bat die Gäste abermals um eine Spende.

Die Bedeutung der Emporenbilder hob Pfarrer Dirk Vogel vor den Gästen in einer biblisch-theologischen Bewertung hervor. Die Bildtafeln, so sagte er, stellten Szenen aus der biblischen Wirkungsgeschichte Jesu dar und seien an sich eine Bild-Predigt. Unklar sei dagegen, wer der Maler dieser barocken Malerei war. Gemutmaßt wurde lange Zeit, dass es der Mühlhäuser Kunstmaler Hermann Bauer gewesen sein könnte.

Ein herzliches Dankeschön sprach der Theologe der Stiftung „die Kilianikirche“ und dem Verein 3K für ihr Bemühen um den Erhalt des Kirchencharakters des Gebäudes aus, seit es zur Spielstätte umfunktioniert wurde. Er sieht durchaus Gemeinsamkeiten von Kirche und dem 3K-Kulturzentrum. Kirchen seien schon immer Stätten für Künstler gewesen, bezog er sich auf die Malerei. So sieht Dirk Vogel die wieder angebrachten Emporebilder auch als eine Art Brücke zwischen der Kilianikirche einst und jetzt. Heute ist die Kirche ein Ort der darstellenden Kunst und einer sehr gern besuchte Begegnungsstätte.

DIASCHAU

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