Selbstbehauptung des Andersseins

Posted by on 1. Februar 2011
Juliana Götze steht nach ihrem Kameradebüt nun als unbequeme Lilith auf der Bühne

BERLIN.

Sie ist eine junge Frau mit Down Syndrom: Juliana Götze, Tochter von Georg und Petra Götze aus Berlin. Georg Götze ist gebürtiger Mühlhäuser. Er und seine Frau sind mächtig stolz auf ihre mittlerweile erwachsene Tochter Juliana. Trotz Down Syndrom ist sie eine fabelhafte Schauspielerin. Vor einem guten Jahr gab Juliana in einer Hauptrolle in „Rosis Baby“ in der Serie Polizeiruf 110“ ihr sensationelles Kameradebüt.

Jetzt übernimmt sie abermals eine Hautprolle. Auf der Bühne des Radialsystem V Berlin spielt sie in „Lilith’s Return“ die Lilith.

Das Musiktheaterstück nach einem Text von Joumana Haddad und der Komposition von Mahmoud Turkmani ist eine Koproduktion des Theaters RambaZamba Berlin und dem Radialsystem V in Berlin sowie dem Grand Théâtre de Luxemburg.

Lilith, die erste Frau, die Gott schuf, flieht aus dem Paradies, weil sie sich Adam nicht unterordnen will. Gott kreiert mit der kompatiblen Eva eine neue Gefährtin für Adam und beide sorgen dafür, dass Lilith fortan eine Existenz im Schatten führt. Doch eines Tages beschließt die unbequeme Lilith, in die Welt der anderen zurückzukehren.

Für die Autorin Joumana Haddad ist Lilith eng mit dem vorherrschenden Frauenbild der arabischen Welt verknüpft. Ihre Lilith ist eine junge Frau, die sich in einer Gesellschaft mit unterschiedlichen Ethnien und Glaubensrichtungen gegen alle Erwartungen stellt und sich selbst mit all ihren Widersprüchen kennenlernen und behaupten will.

Eine ganz eigene Bedeutung gewinnt der Text in der Interpretation durch Juliana Götze, Nele Winkler und Rita Seredßus, Schauspielerinnen des integrativen Theaters RambaZamba. In der Theaterarbeit der jungen Frauen mit Down Syndrom steht Lilith für die Selbstbehauptung des Andersseins.

Am 4. Februar  kommt „Liliths Return“ in Berlin zur Uraufführung. ih

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