Gefährdete Schönheit

Posted by on 12. Januar 2011
Die Zweiblättrige Waldhyazinthe ist die „Orchidee des Jahres 2011“

THÜRINGEN.

Sie gilt als ausdauernd und krautig, erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern, manchmal auch 60 Zentimeter, duftet nur in der Nacht und ihr Lebensraum wird immer knapper: Die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) „Orchidee des Jahres 2011“. Die elegante, weiß blühende Pflanze besiedelt zwar verschiedene Biotope wie Waldränder, Laub-, Misch-, und Nadelwälder, Borstgrasrasen, Magerrasen, moorige Wiesen, alpine Wiesen und Weiden. Doch stets bevorzugt sie es modrig und feucht. Und dieser Lebenraum wird rar, beurteilten die Arbeitskreise Heimische Orchideen (AHO) auf ihrer jüngsten Jahrestagung in Bad Liebenstein. Im Norden Deutschlands seien durch die Trockenlegung von Heiden, Mooren und Wiesen bereits viele Orchideen-Biotope verschwunden.

Finden kann man die Orchidee des Jahres aber noch in Thüringen. Der Freistaat gehört neben Bayern, Baden-Württemberg sowie Rheinland-Pfalz und Hessen zu ihren Hauptverbreitungsgebieten.

Die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) blüht im Juni und Juli. Foto: Ralf We

Zu erkennen ist das seltene und sensible Gewächs an zwei eng zusammenstehenden Pollenpaketen und einem langen Sporn an jeder Blüte. Die Zweiblättrige Waldhyazinthe blüht im Juni und im Juli. Die Pflanze gilt in den meisten Bundesländern jedoch als stark gefährdet und wurde auf die Rote Liste gesetzt.

Die Orchidee des Jahres wird seit 1989 gewählt. Damit wollen die Arbeitskreise Heimische Orchideen auf die Gefährdung der Lebensräume dieser Pflanzen aufmerksam machen. In den vergangenen Jahren standen der Frauenschuh und das Männliche Knabenkraut im Fokus der Orchideenliebhaber. Im gesamten Bundesgebiet gibt es mehr als verschiedene 60 Arten.

Die Zweiblättrige Waldhyazinthe steht mittlerweile unter strengem Schutz europäischer und nationaler Gesetze.

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