Bach, Brescianello und Briefe

Posted by on 12. Dezember 2010
Ein besinnlich-heiterer Abend beim flackernden Kaminfeuer

Ein Abend zwischen Besinnlichkeit und Heiterkeit bescherte Roger Tristano Adao den Gästen im Kaminzimmer der Wasserburg in Seebach. Mit Bach, Brescianello und Briefen an den Weihnachtsmann gestaltete er sein kleines, erlesenes Weihnachtsprogramm.

Von Iris HENNING

SEEBACH.

Sanft und doch voller Schwermut gleiten Melodien von Johann Sebastian Bach aus den Saiten der klassischen Gitarre. Roger Tristano Adao hat die Augen geschlossen und sendet dieses tiefe Empfinden um Hoffnung und Schmerz zum Publikum. Das Feuer im Kamin flackert. Wohlige Wärme verströmt es in das spärlich beleuchtete Zimmer.

Allzu viel Schwermut lässt der Gitarrist für diesen Abend nicht zu. Nach Bachs Präludium aus der E-Dur Suite greift er auf das Repertoire eines italienischen Zeitgenossen von Bach, auf das von Giuseppe Antonio Brescianello. Beinahe heiter hüpfen nun die Melodien aus der Gitarre. Noch heiterer wird es, als Adao nach den Manuskripten greift und aus Briefen an den Weihnachtsmann liest, geschrieben von Kindern aus Italien. Der kleine Antonio hat einen ziemlich langen Wunschzettel und einen Vorschlag, falls der dem Rotgemanteltem zu viel Arbeit machen sollte: Er könne seiner Schwester ja etwas weniger bringen. Manche Briefe stimmten aber auch nachdenklich, etwa wenn sich ein Kind den Papa zurückwünscht. Nicht in jeder Familie herrscht friedliche Weihnachtsstimmung und Harmonie.

Roger Tristano Adao, der bis vor wenigen Monaten noch Roger Zimmermann hieß, zählt zu den international gefragten Gitarristen. Als freischaffender Gitarrist lebt er seit 1999 im Künstlerdorf Friedrichsrode. Neben Konzerten in Deutschland gastierte er auch außerhalb Europas, so in Indien, Chile, Bolivien, Peru, Brasilien, Namibia, Südafrika und Vietnam. Eine Reise durch Südamerika sollte nicht nur seinen Namen, sondern sein ganzes Leben verändern. „Durch Heirat (2009) bin ich zu einer schönen Frau und einen schönen Namen gekommen“, plauderte der vor kurzem Vater gewordene Musiker im Laufe des Abends.

Der musikalisch-literarische Abend in der schönen Wasserburg war der erste seit der umfangreichen Sanierung des Hauses. Im nächsten Jahr sollen die Kleinkunstabende im Kaminzimmer fortgesetzt werden.

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