Hilfreiche Spende und Erbschaft

Posted by on 12. November 2010
Unbekannter überwies 2000 Euro und ein Testament beschert ein kleines Vermögen

MÜHLHAUSEN.

Was haben Kultur und Wärmestube in Mühlhausen gemeinsam? Geldnot. Und einen gemeinsamen Gönner. Je tausend Euro spendete ein 32-jähriger ehemaliger Mühlhäuser jetzt für die Wärmestube der Diakonie und für die Theaterwerkstatt 3K.

Seinen Namen möchte der junge Mann, der heute in Frankfurt lebt und arbeitet, jedoch nicht preis geben. Das liegt ihm nicht. Er bat seine Mutter, stellvertretend für ihn die Spenden zu überbringen. Auch sie hält sich mit Namen zurück. „Die tun nichts zur Sache. Mein Sohn möchte helfen“, sagt sie. Ein kleines stolzes Lächeln liegt dabei in ihrem Gesicht. Das ist wohl gerade für ihren Sohn gedacht, der so viel übrig hat für seine Heimatstadt, in der er eine sorglose Kindheit verbrachte und in der er im Albert-Schweitzer-Gymnasium sein Abitur ablegte und schon einige male mit Spenden gemeinnützige Vereine in Mühlhausen unterstützte.

An diesen unbekannten Mann denken in dem Augenblick auch der Geschäftsführer der Diakonie, Reiner Engel, und der Geschäftsführer der Theaterwerkstatt, Bernhard Ohnesorge, die gerade im Büro des Beigeordneten der Stadt Mühlhausen, Johannes Bruns (SPD), von ihrem Glück erfahren. „Wir können jeden Cent gebrauchen“, sagt Reiner Engel. Mit spitzem Stift muss in der Wärmestube gerechnet werden. In diesem Jahr noch mehr als sonst. Statt mit 23000 Euro kann die Stadt die Wärmestube nur noch mit 20000 Euro unterstützen. Dabei, so sagt Engel, ist die Wärmestube wichtig für die Menschen, die meist abseits und unbemerkt von der Gesellschaft leben. Jetzt, in der kalten Jahreszeit, um so mehr. Dort finden die menschen tagsüber nicht nur einen warmen Ort. esgibt zudem warme Getränke, eine Mahlzeit und – ebenfalls wichtig – soziale Kontakte.

Mit großer Freude bedankt sich auch Bernhard Ohnesorge bei dem unbekannten Spender. Auch die Theaterwerkstatt muss stets mit großem Geiz gegen sich selbst ihr Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aufrecht halten.

Ein dickes Dankeschön für dieses Engagement richtet auch der Beigeordnete an den jungen Frankfurter. „Das kommt nicht alle Tage vor, dass sich ein junger Mensch so für seine Heimatstadt einsetzt“, sagt er. Den Wunsch des Spenders nach Nachahmung kann er nur von ganzem Herzen zustimmen. „Das würde vielen Vereinen aus der finanziellen Not helfen“, sagt er.

Die Spende des Frankfurters war nicht die einzige angenehme Überraschung in diesen Tagen für Bruns. „Wir haben geerbt“, zeigt er auf eine Mappe auf seinem Tisch. Ein Mühlhäuser hatte in seinem Testament verfügt, dass die Stadt den betrag von exakt 42512,01 Euro erhält. Ein Drittel des Betrages bestimmte der Verstorbene für das Tierheim, zwei Drittel sollen Obdachlosen zugute kommen. Warum der Mühlhäuser, der im Sudetenland geboren wurde, dieses Vermächtnis aufsetzte, geht aus dem Testament nicht hervor. „Wir waren tief gerührt und wurden auch sehr nachdenklich über diese Geste“, so der Beigerodnete.

Iris Henning

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