Tachoman und Porschelchen

Posted by on 28. Oktober 2010
Der Satiriker Christian Eisert gibt in seinem neuen Buch wundersame Erlebnisse zum Besten

MÜHLHAUSEN.

Während der Porsche hinter der Jakobikirche steht, bringt dessen Fahrer das Jakobi-Publikum zu Freudentränen. Der Porsche-Besitzer Christian Eisert kam als „Tachoman“ in das gut besuchte TA-Café.

Dieser Tachoman ist so ganz anders, als man sich den Klischee-Porschebesitzer vorstellt. Der große, schlanke Eisert in seinem piekfeinen Anzug ist einer, der so schnell Sympathie einsammelt wie andere buntes Herbstlaub. Das liegt an seiner Art zu plaudern und zu witzeln und auf höchst vergnüglichem Niveau zu blödeln – auch auf seine Kosten. Und wenn der Mittdreißiger von seinen wundersamen Erlebnissen erzählt, die ihm während seiner Reise quer durch die Republik mit seinem Liebling, dem „Porschelchen“, so passierten, kommt das Publikum aus dem Lachen nicht mehr raus. Die Geschichten sind so urkomisch, dass man gar nicht anders kann.

Es ist die Komik des Alltags, die der Berliner Christian Eisert mit spitzer Feder und mit Augenzwinkern festgehalten hat. Das kann der TV-Autor, Satiriker und Komödiant Eisert bestens. Seine Gags und Drehbücher sind gefragt bei solchen TV-Erfolgsformaten wie Harald Schmidt, Was guckst du? und die Sesamstraße. Das satirische Schreiben liegt diesem jungen Mann, Jahrgang 1976, im Blut. „Tachoman“ ist schon sein dritter Satireband. Bereits seine im Selbstverlag erschienenen Bände „Pudel in Aspik“ (2002) und „Das transsexuelle Osterkaninchen“ (2001) sorgte er während Lesungen für Lachsalven beim Publikum. Das ist mit dem „Tachoman“ (in diesem Jahr erschienen im Verlag blanvalet / 8,95 Euro) nicht anders.

Übrigens: Eine Station seiner Reise durchs Land, von Berlin nach Dortmund, von München bis zur Nordsee, war auch der Zeltplatz „Palumpaland“ in Niederdorla. Dem Mittelpunkt Deutschlands war er auf der Spur. Und wer glaubt, das betuliche Niederdorla gebe nie und nimmer Stoff für Satire, der wird im „Tachoman“ belustigt feststellen, dass dem nicht so ist.

Iris Henning

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