Ein bitterböser Krimi-Abend

Posted by on 19. Oktober 2010
Uwe Schimunek und Thomas Kulich kamen mit der Killer-Kantate nach Mühlhausen

MÜHLHAUSEN.

Die Killer-Kantate: Das ist Morbides und Musik von und mit Uwe Schimunek und Thomas Kulich. Eine mörderisch-schaurige Stunde zur besten Krimizeit an einem Abend bot das Duo im schummrig beleuchteten Ratskeller.

Uwe Schimunek sitzt hinter einem schwarz drapierten Tisch. Mit seinem zur frühen Kahlheit neigenden Schädel, seinem Kinnbart und freundlichem Gesicht ist er eher der Typ moderner Fernsehkoch als Krimi-Autor. Dieser Fernsehkoch rührt allerdings ganz andere Gerichte zusammen als Tim Mälzer, Johann Lafer und Co. in ihren Küchen-Shows. Statt raffinierten Saucen, Dips und Dressings gibt’s bei Schimunek morbide Kurzgeschichten voll krimineller Energie und tiefschwarzem Humor. Es sind zum Teil Geschichten voll bitterböser Zukunftsvisionen und Geschichten, die sich um so wesentliche kriminalistische Fragen drehen: Wer war der Mörder – und warum?

Schimunek beweist sich übrigens nicht nur als talentierter und fantasiereicher Autor, der seine Protagonisten äußerst geschickt und spannungsgeladen in seinen knackigen Kurzgeschichten agieren lässt. Der Mann hat auch die Begabung, seine Geschichten dramaturgisch in das Publikum zu tragen. Er liest nicht einfach nur vor. Mit verschiedenen Dialekten und Stimmlagen sowie dem Einspielen einer weiblichen Stimme (die seiner Frau) macht er seine Lesungen zu hörens- und sehenswerten Inszenierungen.

Ein guter Begleiter dabei ist ihm Thomas Kulich. Der vielseitige Musiker sitzt an diesem Abend ebenfalls hinter einem mit schwarzem Stoff drapierten Tisch, der eigentlich sein Keyboard ist. Zudem gehören noch zwei Gitarren und eine Mundharmonika zur Ausrüstung, mit denen Kulich die Kurz-Krimis flankieren wird. Beeindruckend ist aber vor allem seine Stimme, die ein bisschen an Reinhard Lakomy denken lässt. Nur, dass Kulichs Lieder – zumindest an diesem Abend – dem Anlass entsprechend mitunter ebenso bitterböse sind wie die Texte des Krimi-Autoren.

Uwe Schimunek, Jahrgang 1969, ist Journalist und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Leipzig. Seit 2003 veröffentlicht er Kurzgeschichten in Anthologien und Magazinen. Seit 2006 nimmt der Autor mit Lesungen an den jährlich stattfindenden Ostdeutschen Krimitagen teil. Im März 2009 erschien eine Sammlung seiner Kurzgeschichten unter dem Titel „13 kleine Thriller“ im fhl-Verlag. 2010 folgte die Novelle „Das Thüringen-Projekt“. Im nächsten Jahr will Uwe Schimunek seinen ersten Roman veröffentlichen – und ihn auch in Mühlhausen vorstellen.

Iris Henning

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.