Ständchen zur Kirmes

Posted by on 3. Oktober 2010
Tanz, Umzug und Spaß: Drei Tage lang war Eigenrieden in prächtiger Feierlaune

EIGENRIEDEN.

Und noch ein Lied, und wieder eins: Vor jedem Haus machen die Kirmesburschen am Sonntagvormittag Station, klingeln und singen. Ständchenbringen ist angesagt. Wer von den Eigenriedern noch eine Schlafmütze ist, der wird wach gesungen. Das ist seit Jahrzehnten ein Kirmesbrauch in dieser Gemeinde. Die Musik spielt ein paar Takte, die Platzmeister reichen mit der einen Hand den Herausgesungenen ein Gläschen Hochprozentigen, mit der anderen bitten sie um eine Spende für die Kirmeskasse.

In diesem Jahr sind Marcus Freund (19) und Manuel Riedel (20) die Platzmeister. Seit einigen Jahren gehören sie zum festen Kern der Kirmesgesellschaft. Erstmals richten sie nun das Fest aus. Das Programm muss vorbereitet, die Bands für den Abend engagiert und für die notwendige Ordnung während des Festes gesorgt werden. Alles soll reibungslos verlaufen.

Viel Arbeit für die jungen Eigenrieder. Eingebrockt haben sie sich diese Kirmessuppe selbst. „Wer betrunken genug ist, lässt sich schnell breitschlagen oder meldet sich in schönster Feierlaune freiwillig, Platzmeister für das nächste Jahr zu sein“, erklärt Manuel Riedel die übliche Sitte. Dennoch: Die zwei jungen Männer sind auch stolz, das Fest zu organisieren und damit zu beweisen, dass sie auch organisatorische Talente sind. Keiner der traditionellen Programmpunkte fehlte. Der Kirmesbaum wurde aus dem Wald geholt, es gab die Eröffnungsparty am Freitag, den Rentnernachmittag am Samstag, Kirmestanz am Samstag und Sonntag, den Kindernachmittag und den Fackelumzug. Während des Rentnernachmittages fehlte auch die übliche Polonaise nicht, die die über 30 Burschen und -mädchen zählende Kirmesgesellschaft tanzte. Darauf hatten sich die jungen Leute akribisch vorbereitet. Tage vorher wird dieser Tanz geübt.

Nicht zimperlich dagegen ist die Gesellschaft mit der Aufnahme der Neulinge. „Ein bisschen malträtiert wird schon“, erinnert sich Manuel Riedel an seine eigene „Aufnahmeprüfung“ vor einigen Jahren. Zu den Aufgaben der Neuen gehört zum Beispiel, ein Loch auszuschachten, in das nach dem Fackelumzug die Fackelreste wandern. Ebenso müssen sie das Loch ausheben, das dem traditionellen Kirmesbaum den notwendigen Halt gibt. Waren es bislang jedes Jahr ein paar 16-jährige Jungs, die sich diese Aufgabe teilten, ist es in diesem Jahr nur einer. Der hatte ganz schön zu schuften. Der Spaß kam dennoch nicht zu kurz.

Iris Henning

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