„Ich bin froh und dankbar“

Posted by on 18. August 2010
Spielleiter Bernhard Ohnesorge: Dank vieler Freunde ist der Verein 3K noch am Leben

Mit „Der Name der Rose“ gab die Mühlhäuser Theaterwerkstatt 3K nach der Sommerpause den Auftakt in die neue Spielsaison. Spielorte sind dabei die schönsten historischen Kulissen in Thüringen. Zu den neuen Angeboten der Theaterwerkstatt ab dieser Spielsaison gehört der Stadtrundgang für Kinder mit dem lustigen Namen „Der MühlenRebhuhnBlumenKornGeschichte-Eintopf“. Der 3K-Veranstaltungskalender für diesen und nächsten Monat ist gut gefüllt. Von Finanzproblemen ist zumindest angesichts des Spielplans nichts zu spüren. Oder täuscht der Eindruck? Wir sprachen mit dem Spielleiter Bernhard Ohnesorge über die Zukunft des Hauses.

Herr Ohnesorge, geht es dem Verein wieder gut?

Wenn ich diese Frage bejahe, habe ich gelogen. Wenn ich sie verneine, wird man mir vorwerfen zu jammern. Die Misere, die immer noch aus dem nicht beschlossenen Stadthaushalt herrührt, wollen und dürfen wir nicht am Publikum auslassen. Sagen wir mal so: Der Verein 3K lebt noch. Aber fragen Sie mich bitte nicht, wie er lebt.

Diese Frage provozieren Sie ja nun gerade …

Unsere Leute müssen Lohneinbußen verkraften. Ihr Lohn lag ohnehin im Niedrigsektor. Für wenig Geld müssen sie derzeit noch mehr leisten. Um alles am Laufen zu halten, muss jeder Auftrag angenommen werden, auch wenn wir dadurch mal bis zu drei Dinge parallel schaffen müssen. Jeder arbeitet wesentlich mehr, als im Arbeitsvertrag vereinbart ist. Hinzu kommen die vielen vielen Ehrenamtsstunden. Das alles läuft hinter den Kulissen ab. Wenn ich ganz ehrlich bin, sind wir gerade dabei, uns alle in den Verschleiß zu fahren. Solch eine Arbeitsweise hält man vielleicht mal ein paar Monate durch, aber sie darf keine Dauererscheinung werden. Alle hoffen darauf, dass der Stadthaushalt nun endlich beschlossen wird und wir damit finanzielle Planungssicherheit bekommen. Dann wäre ein „normales“ Arbeiten wieder möglich.

Die Theaterwerkstatt hat, im Gegensatz zu anderen Vereinen, schon einen Vorschuss aus der Stadtkasse bekommen …

Zu unserem großen Glück. Darüber und darüber, viele helfende Freunde zu haben, bin ich auch sehr erfreut und dankbar. Sonst hätten wir schon längst zuschließen müssen. Wir haben neben dem Vorschuss auch Kredite nehmen müssen, um uns über Wasser zu halten.

Trotzdem sind Sie voller Optimismus, was die Zukunft angeht. Jedenfalls geht das aus den 3K-Spielplänen hervor: Ein Satireabend, regionale Schultheatertage, eine Theaternacht, Gastspielwochen für Kinder und zwei Premieren sind nur einige Vorhaben. Im nächsten Jahr wird die Theaterwerkstatt 20 Jahre alt. Auch für dieses Jubiläum gibt es erste Ideen. Das alles muss auch finanziert werden.

Sie sagen es: Das sind Pläne und Ideen. Die Machbarkeit hängt nicht allein von unserem guten Willen und unserer Tatkraft ab, sondern vor allem von den Finanzen, die uns zur Verfügung stehen. Ich sage es im Klartext: Je nach Förderhöhe der Stadt, fördert auch das Thüringer Kultusministerium. Gibt es weniger von der Stadt, gibt es auch weniger vom Land. Wir haben schon eingespart, wo es ging. Mehr geht nicht mehr. Doch was passiert, wenn die Fördersumme seitens der Stadt dennoch gekürzt werden muss? Was das für den 3K-Verein und seine Angebote für die kleinen und großen Gäste zwischen drei und 99 Jahren bedeutet, kann sich wohl jeder ausrechnen. Ich selbst möchte den Teufel nicht an die Wand malen, denn ich bin ein Theatermensch und entsprechend abergläubisch. Wir würden uns jedenfalls freuen, wenn wir unser Jubiläum 2011 gebührend mit unserm kleinen und großen Publikum, mit Förderern, Freunden und allen Interessierten als besonderen Höhepunkt mit den vielen Ideen begehen könnten.

Gespräch: Iris Henning

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