Das Mori-Taten-Experiment

Posted by on 23. Juni 2010
Ein etwas anders Bildhauer-Symposium im Café-Hof „bisschen bunt“

An diesem Wochenende gibt es im Café „bisschen bunt“ des Künstlers Reinhard Wand in Dachrieden eine besondere Veranstaltung: Zum Bildhauer-Symposium „Mori-Taten“ ist am Samstag und Sonntag, 26. und 27. Juni, eingeladen.

Von Iris Henning

DACHRIEDEN.

Balladenähnliche Bänkellieder über entsetzliche Ereignisse und schaurige Verbrechen wird es nicht geben. Ein Rhythmus hingegen wird schon zu vernehmen sein – der Rhythmus von Schlägen auf Stein. Die „Mori-Taten“ im Wand’schen Hof sind ein experimentelles Bildhauer-Symposium mit – hoffentlich – keinem entsetzlichen Ergebnis. Denn es sind in der Mehrheit keine Bildhauer, die daran teilnehmen. Es sind Matthias Peinelt (Chefdesigner beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt, Maler und Grafiker), Olaf Meinel (Bildhauer aus Mühlhausen), Reinhard Wand (Maler aus Dachrieden) und die Autorin dieses Beitrages als kunstinteressierte Journalistin im ersten Selbstversuch, etwas anderes als Schreibtischtäterin zu sein.

Die Anfangsbuchstaben der Vornamen der vier Akteure (Matthias, Olaf, Reinhard, Iris) waren dann auch Namensgeber für das Freiluft-Projekt. „Wir wollen gemeinsam und unter Anleitung von Olaf Meinel Skulpturen aus (weichem) Stein hauen, und diese anschließend fantasievoll mit Farben bepinseln. Und wir hoffen, dass die Skulpturen auch richtig gut werden, so dass sie künftig Garten und Hof unsers Cafés schmücken und unseren Gästen Freude machen“, sagt Reinhard Wand. „Für mich ist es eine Art Experiment, mit Nicht-Bildhauern ein Bildhauer-Symposium zu gestalten“, fügt Olaf Meinel hinzu.

Die „Mori-Taten“ beginnen am Samstag, gegen 10 Uhr. Bis etwa gegen 17 Uhr wird gesägt, gehauen und geraspelt. Dann machen die Stein-Akteure Platz für die nächsten Künstler. Mario Meinel (Sohn von Olaf Meinel) tritt mit seinem Freund Chris Rasch aus Dresden als Saiten-Duo auf die Bühne, um das Publikum mit vielsaitiger Musik auf ihren Gitarren bis in die Abendstunden hinein zu unterhalten. „Ich möchte auf diese Art dieses schöne Projekt von meinen Vater und den anderen Beteiligten unterstützen“, sagt Mario Meinel. Er und Chris Rasch haben langjährige Bühnenerfahrung als Fingerstyle-Gitarristen. Mit ihrer handgemachten Musik, die musikalisch beeinflusst ist von Celtic, Rock, Blues, Country und Jazz, wollen sie die Künstler und das Publikum zu einem gemeinsamen Sommerfest einladen. Dazu gibt’s frisch Gegrilltes und kühles Bier. Der Eintritt ist frei. Im Laufe des Abends wird aber ein Hut herumgehen mit der Bitte um eine kleine Spende für die Musiker.

Fortgesetzt werden die „Mori-Taten“ am Sonntag, gegen 10 Uhr. Auch an diesem Tag ist herzlich zum Zuschauen und Fachsimpeln mit dem Bildhauer und den Nicht-Bildhauern eingeladen.

Das Symposium „Mori-Taten“ wird auch weltweit zu sehen sein: Die Aktion wird live in das Internet übertragen, zu sehen unter der Adresse: www.hainich-galerie.de.

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