Viel Applaus für junge Filmemacher

Posted by on 12. Juni 2010
Mit dem 10-minütigen „Mindbreak“ gelang spannender Blick in eine gequälte Seele

Eine Osterglocke steht unwirklich im Schnee. Schritte hört man bedrohlich näher heranknirschen. Ein schwarzer Schuh erdrückt die Blume. Der Schuh gehört zu einem düster ins Nichts blickenden Mann. Kein Fünkchen Freude ist im Gesicht des Düsteren zu erkennen.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

VIELVERSPRECHEND: Jugendliche der Mühlhäuser Filmfabrik, hier gemeinsam mit ihrem Protagonisten Peter Wagner aus der 3K-Theaterwerkstatt, produzierten „Mindbreak“.

Das wird sich ändern. Doch bis zum kindlich naiven Lächeln vergehen zehn spannende Minuten. So lange frösteln die Zuschauer dieses Psycho-Thrillers, leiden mit dem Protagonisten (gespielt von Peter Wagner, bekannt aus der Theaterwerkstatt 3K). Dabei hat dieser Mann viel erreicht: Er wohnt in einer schicken Villa, der Kühlschrank beherbergt Delikatessen. Ihm scheint es an nichts zu mangeln.

Die äußeren Attribute der Wohlstandsgesellschaft trügen. Die Seele dieses Mannes ist längst gestorben. Alles um ihn herum ist düster und grau, selbst sein Gesicht ist aschfahl, die Augen sind ohne Glanz. Nichts erscheint mehr lebenswert. Er zieht die Konsequenz und die Zuschauer halten den Atem an.

Einem naiv lächelnden Mann begegnet dem Publikum in der letzten Filmminute. In einem Schlafanzug sitzt er auf dem Fußboden, der Welt für immer seltsam entrückt. Eine Blume hält er in der Hand. Die Sorgenfalten sind weg. Die Welt ist farbig geworden. Eine Krankenpflegerin schüttelt sein Bett auf.

Der Kurzfilm „Mindbreak“, der ohne Worte auskommt, dafür aber um so mehr auf das Minenspiel des Helden und der szenischen Musik angewiesen ist, rüttelt an den Emotionen. Er verlangt Achtung ab, wenn man weiß, dass Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren diesen Film in Mühlhausen gedreht haben. „Mindbreak“ (zu deutsch Sinneswandel, Gedankenumbruch oder Erinnerungsbruch) ist die jüngste Produktion der „Mühlhäuser Filmfabrik“. Regie führte der erst 17-jährige Florian Arndt. Beeindruckend auch die Kameraführung (Johann Skatulla, 16 Jahre) aus mitunter ungewöhnlicher Perspektive. Ein gutes Gespür für die passende Musik bewiesen Christoph Fleischer und Sebastian Gabriel. Die Idee für diesen Kurzfilm lieferte Arved Neid. Insgesamt arbeiteten 25 junge Leute mehrere Wochen lang an dieser Produktion.

Mit viel Applaus feierte das Publikum die Macher von „Mindbreak“ nach der Filmpremiere am Wochenende in der 3K-Theaterwerkstatt. Ab jetzt ist der Kurzfilm auch im Internet (Youtupe / Stichworte „Mindbreak“ und „Mühlhausen“) zu sehen.

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