Scharf angebraten

Posted by on 21. März 2010
Grillsaison eröffnet: Thüringen glühte auf und Aschara war mit 2000 Würsten dabei

Wie alt ist eigentlich die Thüringer Rostwurst? Das war eine der Fragen, die es richtig zu beantworten galt, um das Bratwurst-Diplom zu erlangen. Das Diplom konnten die Liebhaber der Thüringer Rostwurst jetzt zur Eröffnung der diesjährigen Grillsaison auf dem Erfurter Domplatz erwerben.

Von Iris Henning

ERFURT/ASCHARA.

An zwanzig Ständen wurden dabei die Holzkohleroste zum Glühen gebracht. An einem standen auch Bratwurst-Brater aus dem Unstrut-Hainich-Kreis. Der Fleischmarkt Aschara beteiligte sich an dem Fest der vielfältigen Wurstkultur. Mit 2000 Rostbratwürsten, die die Leser dieser Zeitung in einer Umfrage zur besten Thüringer Rostbratwurst erklärten, und einem Schwung Brätel reiste Yves Panse an. Er und seine vier Kollegen schwitzten dann ordentlich hinter den Rosten, um den Appetit der Gäste zu stillen, die ab 10 Uhr Schlange standen, unwiderstehlich angezogen von den sich verbreitenden Röst-Aromen. „Wir sind schon seit mehreren Jahren immer mit von der Partie, wenn zum Frühlingsanfang auf dem Domplatz die Thüringer Brätel-Saison eröffnet wird“, erzählt Panse.

Dass die Thüringer Rostbratwurst ein Symbol der Thüringer Lebensart ist, beweisen die Tausende Gäste, die sich alljährlich auf dem Domplatz drängeln und Wartezeiten in Kauf nehmen, um an ihre heiß geliebte Bratwurst zu kommen. Aber nicht nur sie begehren die Köstlichsten aller Thüringer Würste. Auch die Hoheiten Thüringens ließen sich in diesem Jahr die deftige Wurst wieder schmecken: Die Thüringer Wurstkönigin und der Thüringer Bratwurstkönig kamen hoch zu Ross, um den Rostwurstanbiss vor ihrem Rostwurstvolk zu zelebrieren. Ihnen gleich tat es dann auch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht.

Dass Rostwurstbraten eine kleine Kunst ist, war nicht nur immer wieder von den königlichen Wursthoheiten zu erfahren. Auch der Deutsche Profi-Grillmeister und Europameister Uwe Hoßfeld gab gern seine Tipps weiter. „Scharf anbraten und ganz langsam weitergaren“, gibt er den Anfängern mit auf den weg. „Dann entfalten sich die vollen Röstaromen“, fügt er hinzu. Und natürlich sollte die Bratwurst von einem Thüringer Bratwursthersteller kommen. Die bevorzugt der 68-Jährige, der heute in Cottbus lebt, selbst. Von Februar bis in den Dezember pflegt er den Grill-Kult und hat seine Rostwurst dabei noch lange nicht satt. Wen wundert’s, schließlich stammt er aus der Bratwurstgegend. Uwe Hoßfeld ist gebürtiger Mühlhäuser und kommt immer gern ins Thüringische, wenn es um die Wurstkultur geht.

Ein neues Bratwurst-Diplom braucht der Meister freilich nicht mehr. Er weiß längst, dass die Thüringer Rostwurst erstmals anno 1404 urkundlich in einer Rechnung erwähnt wurde. Ein Dokument, das von der Bratwurstgemeinde und allen meisterlichen Bratwurst-Bratern als Heiligtum angesehen wird. Auch von den fleißigen Brätern aus Aschara.

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