Begegnung

Posted by on 3. März 2010

Ist sie das oder ist sie es nicht? Sie lächelt mich an. Sie ist es! Freundliche Begrüßung. Gut sieht sie aus, denke ich. „Stell Dir vor, ich habe einen Job“, sagt sie freudestrahlend. Als wir uns das letzte Mal begegneten, erschien sie mir blass und grau und wie in sich zusammengefallen. Da war sie arbeitslos, mutlos.

Nächste Szene. Er schleicht vorüber, den Blick gesenkt. „Nur nicht ansprechen“ signalisiert seine Körperhaltung. Dabei war er vor ein paar Monaten das ganze Gegenteil: ein Bild von einem selbstbewusstem Mann.

Er ist auf der Karriereleiter nach unten gerutscht: entlassen. Plötzlich nicht mehr gebraucht zu werden, ist niederschmetternd. Fremden Kräften der Sozialämter ausgeliefert zu sein und das berufliche Schicksal nicht mehr selbst in der Hand zu haben, ist frustrierend. Plötzlich sich selbst als künftigen Gegenstand in diskriminierenden Hartz-IV-Debatte zu sehen, ist Angst einflößend.

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