Noch ein Preis

Posted by on 27. Januar 2010
Güldene Ecke kann mit einer „Besonderen Anerkennung“ noch mehr glänzen

Das Anwesen an der Güldenen Ecke 6 in Mühlhausen dürfte eines der meist beachteten in der Unstrut-Hainich-Kreisstadt sein. Seit Abschluss der aufwendigen Sanierung und Restaurierung im Jahr 2007 wurde es mit vier Preisen geehrt. Der jüngste wurde dieser Tage in Essen, während der Internationalen Fachmesse „Deubau“, verliehen.

Von Iris HENNING

MÜHLHAUSEN.

Der Deutsche Bauherrenpreis Modernisierung gilt unter Experten als einer der wichtigsten nationalen Wohnungsbauwettbewerbe. Anlässlich der „Deubau“ in Essen wurde der Bauherrenpreis des Jahres 2009/2010, der sich das Motto „Hohe Qualität zu tragbaren Kosten“ zum Leitbild gemacht hat, vor wenigen Tagen verliehen. Aufgeschlüsselt war der in zehn Preise und neun „Besondere Anerkennungen“. Um diese begehrten Lorbeeren im Architekturwettbewerb hatten sich insgesamt 133 Bauherren mit ihren Projekten beworben, darunter das Mühlhäuser Projekt „Güldene Ecke“. Dieses wurde mit einer Besonderen Anerkennung geehrt.

„Wir waren ehrlich gesagt überrascht, mit zu den Gewinnern zu gehören“, freute sich Andreas Formann aus dem Mühlhäuser Architekturbüro „die bauhütte“. Gemeinsam mit den Kollegen Arved Danz und Sigrun Nobis hatte er im Auftrag des Erfurter Bauherrn Sven Bodewald das denkmalgeschützte Ensemble unmittelbar an der historischen Stadtmauer betreut. Die Überraschung über die neuerliche Anerkennung war deshalb groß, weil sich das Mühlhäuser Projekt mit wesentlich imposanteren aus der ganzen Bundesrepublik messen lassen musste, etwa mit der Sanierung der Boschetsrieder Siedlung in München oder den Siedlungen „Blauer Hof“ und „Germaniasiedlung“ in Köln. Gegen diese Projekte ist das Mühlhäuser mit den insgesamt sechs Wohnungen beinahe niedlich.

Doch die architektonische Leistung an der Güldenen Ecke überzeugte: „Nach jahrzehntelangem Leerstand hat sich durch das Engagement des Architekturbüros ‚die bauhütte‘ ein Bauherr gefunden, der die Rettung eines wertvollen Kulturerbes in Angriff nahm“, heißt es unter anderem aus dem Votum der Jury. Des weiteren hob sie das Angebot für ein Familienwohnen im Stadtkern als Alternative zum Einfamilienhaus im Grünen als einen aktiven Beitrag zur Revitalisierung des Stadtzentrums hervor. Zudem seien die ausgezeichneten Projekte Beispiele für die Verbindung von Ressourcenschonung und zukunftsfähiges Wohnen. Weiterer thematischer Schwerpunkt in diesem Wettbewerb war das Verhältnis von Denkmalschutz und Klimaschutz unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Tragbarkeit.

Die Güldene Ecke hat seit Fertigstellung im Jahr 2007 vier Auszeichnungen bekommen: den Bauherrenpreis der Stadt Mühlhausen (2007), den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege in Thüringen (2007), den Sonderpreis der Fachwerktriennale (2009) und jetzt die Besondere Anerkennung im Wettbewerb Deutscher Bauherrenpreis Modernisierung. Eine weitere Anerkennung für das Architekturbüro „die bauhütte“ ist zudem, dass sich alle Mieter an dieser Alt-Mühlhäuser Adresse wohlfühlen. „Es ist noch keiner ausgezogen“, sieht Formann die Akzeptanz der Bewohner für das moderne Wohnen im Denkmal.

One Response to Noch ein Preis

  1. Horst-Ulrich Leipold

    Nachdem ich letzten Herbst einmal wieder in die Güldene Ecke kam,
    sah ich bereits mit Erstaunen ein gut restauriertes Haus leuchten.
    Da wurde gute Arbeit geleistet.
    Mit Wohnhäusern ab Baujahr 1689 können die Mühlhäuser ja handeln gehen,
    aber genau dieses Gebäude aus dem frühen 16.Jhd. ist von großer baugeschichtlicher
    Bedeutung für die Stadt und eine echte Rarität. Seinen baulichen Zustand habe ich
    lange bedauern müssen.

    m.f.G

    Lei
    16321 Bernau

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