Fortsetzung ungewiss

Posted by on 2. Dezember 2009
Enttäuschung aus der Kunstauktion Nr. 13 sitzt immer noch tief

Die Nummer 13 brachte dem Verein Kunstwestthüringer kein Glück. Jene Kunstauktion zu Beginn des Jahres enttäuschte selbst die kleinste Erwartung. So ist derzeit noch ungewiss, ob diese Tradition des Kunstwestthüringers überhaupt eine Fortsetzung findet.

Von Iris HENNING

MÜHLHAUSEN.

KunstauktionZum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten. Diese Glückgefühl bringende, magische Versteigerungsformel durfte Auktionator Peter Zimmer zur letzten Kunstauktion nur selten sagen. Das Interesse des Publikums an den etwa 150 Exponaten zeitgenössischer bildender Kunst blieb unerwartet zurückhaltend. Das Verkaufsergebnis lag bei mageren 1150 Euro. Damit blieb die Kunstauktion Nr. 13 weit hinter der Nummer zwölf des Vorjahres zurück. Da wurden Bilder für insgesamt gut zehntausend Euro verkauft.

Das schlechte Ergebnis empfinden die meisten Künstler auch heute noch als eine Niederlage für ihren Verein. Das ist unbegründet. Die Auswahl der Bilder war exzellent, der redegewandte und gut vorbereitete Auktionator war ein personifiziertes Kunst- und Künstlerlexikon und auch die Werbung und die Organisation im Auktionshaus in der Sparkasse waren bestens. Es war nur so, dass die Bildauswahl und das potenzielle Käuferpublikum nicht in dem erhofften Maß zusammentrafen. Was vielleicht in Berlin und Paris gefeiert wird, muss den Mühlhäusern noch lange nicht zusagen. Gekauft wurden vor allem Werke im Niedrigpreissektor. Zweihundertfünfzig Euro war das höchste der Gefühle, die ein Käufer aufbrachte. Diese Zurückhaltung und Sparsamkeit ist zweifelsohne auch ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Unsicherheit und Kaufkraft in Mühlhausen und Umgebung.

„Eine außergewöhnliche Auktion“ sei es dennoch gewesen, betrachtet der Vorsitzende des Kunstwestthüringers, Reinhard Wand, die missglückte Nr. 13 heute rückblickend. Zwar sei das Ergebnis weit hinter den Erwartungen geblieben. Aber die Werke aus der Kunstsammlung der ehemaligen Hofer SchmidtBank seien von nationalem und internationalem Rang gewesen und hätten für die Dauer der zweiwöchigen Besichtigungszeit das Auktionshaus Sparkasse zu einem kulturellen Zentrum gemacht.

Derzeit überlegt man in der Künstlervereinigung noch, ob es eine Auktion Nr. 14 geben soll. „Das hängt davon ab, wie sich unsere Mitglieder während unserer nächsten Zusammenkunft positionieren“, sagt Wand. Eine Prognose wagt er nicht abzugeben. „Ich weiß es nicht“, schüttelt er nur den Kopf. „Aber es wäre jammerschade, wenn nicht“, fügt er hinzu.

Das Treffen ist für den 11. Dezember geplant. An dem Tag wird um 19 Uhr auch die Jahresausstellung des Kunstwestthüringers in ihrer Galerie o.T., an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße, eröffnet. Dazu lädt der Kunstwestthüringer ganz herzlich ein. Interessiert sind die Künstler auch an der Meinung ihrer Gäste über eine Fortsetzung der Kunstauktion.

Tradition

Viel Kraft, viel Zeit, viel Mühe. Und das alles für fast nichts. Das materielle Fazit aus der Kunstauktion Nr. 13 bedrückt auch nach Monaten noch die Macher.

Aber: Die Hände in den Schoß legen und weiter trauern bringt auch nichts. Der Verein Kunstwestthüringer hat dagegen viele gute Gründe, sich auf seine Stärken zu besinnen: Aktionen wie im Röblingjahr oder die Projektbegleitung von Kunst in Kirchen sorgen stets für Aufsehen. Ausstellungseröffnungen rücken zeitgenössische Kunst in den Mittelpunkt. Ausstellungen in der Ferne sind stets ein Stück Kulturexport aus dem Hainich. Dabei ging es schon bis in den Orient. Im nächsten Jahr hat der Kunstwestthüringer zudem guten Anlass, auf Vergangenes zu blicken. Er wird zwanzig Jahre alt. Das ist aber erst recht ein Grund, sich gleichfalls Zukunftsgedanken zu machen, auch um den möglichen Erhalt schöner Traditionen. Von einer Schlappe sollte man sich nicht gleich entmutigen lassen.

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