Grüße aus dem Brezelland

Posted by on 6. Juni 2009
Urkomische Betrachtungen im Kunsthaus durch ein verschlungenes Backwerk

Der Brezel widmet sich die bayerische Cartoonistin Margit Kübrich aus Neufahrn bei Freising. Einige ihrer humorvollen und tiefsinnigen „Brezn“ hat sie ins Mühlhäuser Kunsthaus geschickt. Dort laden die Cartoons ein, mit Vergnügen betrachtet zu werden.

MHLHAUSEN (ih).
Die kleine und etwas breite Person war nicht gekommen. Die Gäste mussten sich die mit bayerischer Lederhose bekleidete und etwas kugelig wirkende Cartoonistin selbst vorstellen. Christiane Eichholz-Rogl, die die Laudatio auf die Brezel-Frau aus Bayern hielt, beschrieb die Humoristin jedoch eindrucksvoll. Dass die kugelige Lederhose nicht selbst zur Eröffnung ihrer kleinen Ausstellung gekommen sei, wäre einfach ein Zwang des Geldes gewesen, entschuldigt die Rednerin das Fehlen des Gastes. Die Künstlerin habe derzeit nicht das Geld übrig, um die einige hundert Kilometer lange Reise von Neufahrn bis Mühlhausen bezahlen zu können. Darum die Brezel-Grüße aus der Ferne.
Was Margit Kübrich in Mühlhausen zeigt, ist brezel-komisch: Mit pointiertem Humor nimmt sie die typisch bayerische Lebensart auf die Schippe. Ums Schmunzeln, bisweilen um ein leises Kichern, kommt der Betrachter der mit sparsamen Strichen gemalten Zeichnungen nicht herum. So soll es ja auch sein. Zum Schmunzeln lädt die kleine Brezel-Ausstellung noch die nächsten Wochen in das Kunsthaus an der Felchtaer Straße 19b ein. Auch eine Brezel-Schmunzel-Lektüre liegt bereit: ein Brezel-Buch. Darin geht die Künstlerin intensiv der Frage nach der Herkunft des verschlungenen Backwerks und der Kultur im Gebiet des Voralpenlandes nach. Intensiv beschäftigt sie sich auf ihre Art mit einer Lebensart, Denkweise und Mentalität, die mit ihrer Ursprünglichkeit und Originalität Besucher aus aller Welt anzieht. Mit frechem Strich zeichnet Margit Kübrich auch den Hang im Bayernland zur Traditionalität, die bisweilen skurrile Blüten treiben kann.

DIASCHAU

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