Einmal Hainich komplett, bitte

Posted by on 6. Juni 2009
Freundliche Expertin im Hainichland e.V.: Ines Höppner

„Eine Unterkunft für sechs Personen über das Wochenende? Da habe ich etwas sehr Schönes ganz in der Nähe des Nationalparks. Tipps, was Sie mit Ihrer Familie alles unternehmen können, sind inklusive.“ Während Ines Höppner noch freundlich telefoniert, sucht sie gleichzeitig in den im PC gelisteten Gastgeberverzeichnis nach der geeigneten Herberge für die potenziellen Gäste. Eine Großfamilie aus Norddeutschland möchte den sanften Tourismus im Hainich genießen, möchte viel erleben und dabei vom Trubel des Massentourismus verschont bleiben.
Ines Höppner ist dreißig, wohnt im Eichsfeldkreis in Effelder, hat gerade ihr Diplom Touristik/Verkehrswesen in der ines-hoppner-1Tasche und absolviert ein Praktikum im Tourismusverband Hainichland in Bad Langensalza. Geld gibt es dafür nicht. „Wir können sie leider nicht bezahlen“, bedauert Ulrike Baumann, die Chefin des sehr aktiven Vereins, der sich mit ganzem Herzen dem Tourismus verschrieben hat. Trotzdem fährt die junge Touristik-Expertin täglich die gut 35 Kilometer hin zur Arbeit und zurück nach Hause. „Besser als zu Hause Däumchen drehen“, sagt sie. Mit dem mehrmonatigen Praktikum wollte sie die Zeit des Diplomverfahrens sinnvoll überbrücken und Erfahrungen in der Praxis sammeln. „Das konnte ich im Hainichland-Tourismusverband wunderbar“, sieht sie ihre Zeit gut investiert. Der tägliche Umgang mit Touristen, das Organisieren von Messen, die permanente Pflege der Internetseite, das Mitgestalten von Werbebroschüren wie den Reiseplaner, die Mitarbeit an touristischen Kooperationsprojekten, die ständige Kontaktpflege zu den Quartiervermietern …. „Das ist komplexes Management“, sieht sie sich in ihrem Element. Das Hainichland hat schließlich auch viel zu bieten. „Der Hainich, das ist eine wunderschöne und abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft, die Erholung, Erlebnisse und Entspannung verspricht“, kommt die junge Frau selbst ins Schwärmen. Und auch an Berühmtheiten mangelt es nicht. Zu Goethe und Schiller nach Weimar ist es nicht weit und Johann Sebastian Bach hinterließ auch in Mühlhausen seine Spuren.
Nur zu gern würde Ines Höppner ihre berufliche Laufbahn in der Region, in Thüringen, fortsetzen. Ob sich ihr dieser Wunsch erfüllt, weiß sie nicht. Arbeitsplätze sind rar.
„Es ist schade, dass die guten Leute meist abwandern müssen, um eine berufliche Perspektive haben zu können“, beklagt Ulrike Baumann diesen Trend. Schon einmal habe man eine so super Praktikantin gehabt, die letztlich ins Niedersächsische zog. Dort habe es nicht lange gedauert und sie saß in der Management-Chefetage. „Nun haben wir wieder eine begabte und engagierte junge Kollegin bei uns. Und wieder sieht es so aus, als müsse sie fortziehen.“
Während Ulrike Baumann noch über die personelle Zukunft im Hainichland grübelt, gibt Ines Höppner schon wieder freundlich Auskunft am Telefon. „Wir werden Ihnen ein maßgeschneidertes Informationspaket über die vielen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zusenden“, verspricht sie.
Ein Holländer hatte angerufen, der im Herbst mit einer Reisegruppe den Hainich erkunden will und ein Rundum-Komplett-Angebot wünscht. Eine ganze Woche will die Gruppe bleiben. Der Mann, der angerufen hatte, war vor einiger Zeit schon einmal auf Kurzbesuch im Hainich. Aber die zwei Tage hätten einfach nicht ausgereicht. Es gebe noch so viel zu entdecken, habe er gemeint. Viele gute Anregungen habe er in der üppigen Informationsmappe gefunden, die in seinem Quartier auslag. Diese Mappe hat der Tourismusverband Hainichland erstellt. Auch Ines Höppner hat daran mitgearbeitet.

Weitere Informationen
Hainichland-Tourismusverband
der Thüringer Nationalparkregion e.V.
Bei der Marktkirche 9
99947 Bad Langensalza

Tel. (03603) 892658
www.hainichland.de

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