Grüner Gewürz-Teppich

Posted by on 20. April 2009
Mit einiger Verspätung hat sich nun der Bärlauch auf den Hügeln im Hainich breit gemacht

Endlich: Mit sattem Grün bedeckt haben sich die Hügel im Hainich: Der Bärlauch hat es in diesem Jahr nicht sonderlich eilig gehabt sich auszubreiten. Spross er im vergangenen Jahr bereits Anfang März, ließ er sich in diesem Jahr reichlich Zeit bis fast Mitte April.

Von Iris HENNING

HAINICH.
Der bis in das Frühjahr dauernde Winter stellte die Bärlauch-Freunde auf die Geduldsprobe. Doch kaum hatten sich barlauchKälte und Schnee zurückgezogen, schob der Bärlauch sein Grün flink aus der Erde. Das geschätzte und wieder in Mode gekommene Küchenkraut hat hartnäckig auf die erste Sonne ausgeharrt. Ganze Hügel hat er sich binnen weniger Tage im Hainich erobert. Hunderte von Quadratmetern wogt das kräftige grüne Meer derzeit im lichten Wald. Diese großflächigen Bärlauchteppiche machen den Hainich-Wald zu einem riesigen Gewürz-Areal. Als frisches Küchenkraut findet der Waldknoblauch, der mitunter auch Zigeunerlauch, Latschenknofel oder Ränsel genannt wird, seit einigen Jahren auch immer mehr Anhänger. Sein Knoblauchgeschmack ist beliebt etwa im Kräuterquark, im Salat, in Suppen und Soßen. Kein Wunder also, dass es immer mehr Gourmets in den Wald zieht.
Viel Zeit bleibt allerdings nicht. Die Erntezeit des Bärlauchs endet mit der Blüte, die meist in die Zeit der Walpurgisnacht, also in die Nacht zum 1. Mai fällt. In jener Nacht, so erzählt eine uralte Legende, durchstreifen die Hexen das Dickicht und rauben dem Bärlauch die Kraft. Weiße Blüten schimmern dann durch den Wald und verströmen den würzigen Geruch nach Knoblauch.
Längst ist der Waldknoblauch nicht nur in den privaten Küchen willkommen. Immer mehr Gaststuben in der Hainich-Region entdecken die Pflanze als eine regionale Spezialität und bieten in der Bärlauch-Zeit entsprechende Gerichte an, etwa Spaghetti mit Bärlauch-Pesto oder Pellkartoffeln mit Bärlauch-Quark oder Bärlauch-Sahne-Suppe.
Zunehmend wird das Bärlauch-Revier auch als touristische Attraktion erkannt. Kulinarische Wanderungen zu den Bärlauchbeständen im und um den Nationalpark gehören mittlerweile zu den Angeboten der Nationalparkverwaltung. Dabei gibt es Sammeltipps und Interessantes zu Geschichte und Inhaltsstoffen des wilden Knoblauchs. So gehört der Bärlauch zu den ältesten Heilpflanzen Europas. Schon die alten Germanen wussten den Bärlauch vor allem als Stärkungsmittel zu schätzen.
Eine nächste Wanderung findet am kommenden Sonntag, 26. April, statt. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr am Parkplatz Harsberg“ bei Lauterbach. Der Experte Matthias Salzmann wird die Wanderer etwa drei Stunden durch den Bärlauch führen. Schmackhafte Rezepte können die Wanderer anschließend in einer regionalen Gaststube in Mihla kennen lernen. Dort ist zur Verkostung von deftig-würzigen Bärlauchgerichten eingeladen. Anmeldungen für die Tour: (03603) 39 07 20.

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