Alte Ziege, Lieder und Legenden

Posted by on 20. April 2009
Bob Bales vermittelt singend, spielend und erzählend ein Stück Geschichte

In die Situation eines Kornes verwandelte der Musiker Bob Bales am Sonntagabend seine Zuhörer. Sie sollten sich vorstellen, von groben Bauernhänden auf das Feld geworfen zu werden. Später ließ Bales noch eine alte Ziege singen und die Busuki erklingen. Mit Musik, Lieder und Legenden aus Irland unterhielt der Künstler, der derzeit in Thüringen seinen Wohnsitz hat, am Sonntagabend in der Kornmarktkirche das Publikum und vermittelte nebenbei noch ein Stück Geschichte.

Von Iris HENNING

MHLHAUSEN.
Knapp zwei Stunden Musik und Gesang waren das musikalische Dessert zur vorangegangenen Koch-Schau der bob-balesMühlhäuser Museums-Prominenz auf dem Kornmarkt (diese Zeitung berichtete). Schon das Schälen, Schnippeln, Anbraten und Kochen begleitete Bales mit zarten, irischen Folklore-Tönen seiner Gitarre. Die Geschichte Irlands ließ er dann in der Kornmarktkriche lebendig werden: mit Erzählungen, Liedern und Geschehnissen aus und über das herbe Land. Aus dem brachte er auch die „alte Ziege“ mit, wie er die Bodhran, die mit Ziegenfell bespannte irische Rahmentrommel, vorstellte. Mit der, der Busuki und Gitarre sang und spielte er ein Stück irischen Frühling in die Kirche.
Bob Bales, in Irland geboren, sieht sich als Europäer und Bühnenmensch. Er wohnte bereits in Polen und in sterreich. Deutschland lernte er in den 70er und 80er Jahren kennen. Musik, so sagt er über sich, sei sein Leben. Die Geschichte seine Leidenschaft und die Literatur sein Elixier. Er schreibt Lieder, Gedichte und Kurzgeschichten. Zudem schreibt er Musik für Produktionen. So hat er auch die für die erfolgreiche Tanzschau „Magic of the Dance“ entwickelt.
Die schwermütige, sehnsuchtsvolle irische Musik ist für Bales ein lebendiger Zeitzeuge der Jahrhunderte. Genauso vermittelte er sie auch seinem Mühlhäuser Publikum: als musikalische und historische Reise durch das keltische Labyrinth, in dem Guiness und Whiskey, Haloween und Kobolde zwar auch ihre Rollen spielen, aber eher die stigmatisierenden Projektionen der Fremden sind.

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