So vertraut und doch so jung

Posted by on 21. März 2009
Thomas Natschinski und Christine Dähn

Eisgrau. Darüber sang Thomas Natschinski am Wochenende in der Mühlhäuser Stadtbibliothek Jakobikirche – über das Eisgraue, das einst sein Herz einfrieren ließ. Vertraute Lieder, warm und kuschelig wie der vielgetragene Lieblingspullover, und Freunde waren es, die ihm aus dem Eisgrauen heraus halfen. Darüber berichtete Christine Dähn. Der Rockpoet und die Fenseh-Journalistin waren die Gäste im TA-Café.

Von Iris HENNING

MHLHAUSEN.
Mit Liedern, vertraut alt und zeitnah wie eh und jäh, wärmte der Mitsechziger, der über 500 Lieder, 150 Filmmusiken und die wohl erfolgreichste Revue des Berliner Friedrichstadtpalastes – „Wunderbar – die 2002. Nacht“ geschrieben hat – auch das Publikum. Vor allem die Liebeslieder waren es, die die Zuhörenden sanft einhüllten in den ewigen Zauber des Lebens. Und wenn so manches Lied auch schon vor zwanzig, dreißig Jahren zu hören war: Sie sind nicht gealtert. Sie haben es besser als das Publikum und der Künstler. Sie sind immer noch jung und frisch, werden es wohl auch noch in zwanzig, dreißig Jahren sein, wenn des Publikums und Natschinskis Urenkel in der Musikkiste des 20. Jahrhunderts stöbern. So sieht es auch die Fernseh-Moderatorin und Autorin Christine Dähn. Die Moderatorin des einstigen Senders DT 64 hat das Porträt über Thomas Natschinski, „Verdammt, wer hat das Klavier erfunden“, geschrieben: sensibel, einfühlsam, ein Stück deutsch-deutsche Geschichte vermittelnd und bereichert mit pointierter Situationskomik. Und so wunderbar verdammt jung, wie die beiden im TA-Café auftraten, hat sich während des fast zwei stündigen Programms wohl jeder gefühlt. Das lag an dem gewissen Funken, den Natschinski und Dähn so gut auf ihr Publikum übertragen können: Kommt mit, lebt, habt Freunde und Freude, verlasst die eisgraue Höhle, die Euch so gern als Gefangene hält – mit dieser Mission singen, spielen, lesen und leben Thomas Natschinski und Christine Dähn vor ihrem Publikum. „Es ist einfach schön, wenn man diese Lieder und Geschichten von einst auf diese Art hört“, freute sich so mancher – wie Natschinski auch – in die Jahre gekommener Zuhörer hörbar. Neben viel Freude brachten die TA-Café-Gäste an diesem Abend noch ein großes Kompliment mit: Eine so schöne Stadtbibliothek wie hiesige gebe es noch nicht einmal in ihrer Heimatstadt Berlin.
Na, wenn das so ist: Vielleicht kommen Natschinski und Dähn noch einmal wieder mit einer Auswahl an Liedern und Geschichten, die so alt vertraut und doch so jung geblieben sind.

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