Nr. 13 enttäuschte

Posted by on 8. Februar 2009
Mühlhäuser Kunstauktion musste eine nie da gewesene Kaufzurückhaltung erleiden

Wunsch und Wirklichkeit liegen manchmal so weit entfernt voneinander wie Erde und Sonne. Diese bittere Erfahrung musste der Verein Kunstwestthüringer gestern erleiden. Ihre 13. Kunstauktion endete traurig. Manche sprachen gar von einem Fiasko. War man auch mit der Zahl der Gäste einigermaßen zufrieden, blieb das Verkaufsergebnis weit hinter den Erwartungen zurück.

Von Iris HENNING

MÜHLHAUSEN.

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten diese bedeutungsvolle Verkaufsformel konnte Auktionator Peter Zimmer gestern nur zehn Mal sagen. Das Interesse des Publikums an den etwa 150 Exponaten zeitgenössischer bildender Kunst blieb unerwartet eisig bis zurückhaltend. Das Verkaufsergebnis nach etwa zweistündiger Versteigerung lage bei mageren 1150 Euro. Damit blieb die Kunstauktion Nr. 13 weit hinter der Nummer zwölf des Vorjahres zurück. Da wurden Bilder für insgesamt gut zehntausend Euro verkauft. An dieses Vorjahresergebnis hoffte man anschließen zu können. Die Wirklichkeit sah anders aus. Ein Fiasko nannte sie einer aus dem Publikum.

Enttäuschte Gesichter gab es darum bei den Organisatoren, den Mitgliedern des Kunstwestthüringers, und dem Mühlhäuser Galeristen Peter Zimmer, der die Auktion leitete. Für faule Wertpapiere waren die Menschen bereit, tief ins Portemonnaie zu greifen. Für Kunst, die hier zum Teil zum Schnäppchenpreis angeboten wurde, gibt’s kaum Interessenten, zeigte sich Ulrich Eifler vom Verein tief enttäuscht. Traurig über das Ergebnis äußerte sich auch Vereinschef Reinhard Wand. Das ist eigentlich nur jammerschade, meinte er.

An der Auswahl der Bilder, am Auktionator und an der Werbung für die Auktion kann die Kaufzurückhaltung nicht gelegen haben. Werbung und die Organisation im Auktionshaus in der Sparkasse waren bestens und der routinierte Auktionator war das personifizierte Kunst- und Künstlerlexikon. Und auch die Bilder, deren Macher meist schon mehrfach ausgezeichnet und hoch gelobt sind, waren hochkarätig. Doch was dem britischen Königshaus gefällt, in Berlin und Paris gefeiert wird, muss den Mühlhäusern noch lange nicht zusagen, so die gestrige bittere Erkenntnis aus der dreizehnten Kunstauktion. Gekauft wurden vor allem Werke im Niedrigpreissektor. Zweihundertfünfzig Euro war das höchste der Gefühle, die ein Käufer aufbrachte. Die gab es für das Wasserlinsenbild der Mühlhäuserin Katrin Prinich-Heutzenröder.

So wirft die dreizehnte Kunstauktion wohl ein bezeichnendes Bild auf die allgemeine gefühlte Finanzsituation im Land. Auch wenn die Wirtschaftskrise beim kleinen Mann noch nicht real angekommen ist, regiert sie längst in den Köpfen. Wer weiß, was noch alles kommt, wozu ich Aufgespartes noch brauche, scheint das Verhaltenscredo in Sachen Geldausgabe zu sein. Kunst ist eben Luxus, genau wie ein neues Auto. Gibt es für Letzteres neuerdings als Kaufanreiz die Abwrackprämien, um die Wirtschaft zu unterstützen, scheint niemand mehr da, die Kunst zu unterstützen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.