Bisweilen bissige Fröhlichkeit

Posted by on 27. Februar 2014
Heiterer Mühlhäuser Faschingsmuffel fragte: „Gibt’s denn das?“

Von Iris Henning

Mühlhausen. Typisch Mühlhäuser Faschingsmuffel: Mit der Aufführung einer Auswahl von Gedichten, gereimten Geschichten und allerlei Merkwürdig-Nachdenklichem verknüpfen die Mühlhäuser Akademikerin Dr. Christel Burkhardt und ihre musikalische Begleitung „Swingtime“ alljährlich zur Faschingszeit einen Abend lang alte und neue Zeiten. Unter dem Motto „Gibt’s denn das…?“ griffen sie am Mittwochabend im vollbesetzten Saal des Puschkinhauses vor allem in den literarischen Nachlass von Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky, Erich Kästner und Christian Morgenstern. Den teils urkomischen Texten mit der ihnen inne wohnenden bissigen Fröhlichkeit gab die Akademikerin ihre klangvolle Stimme. Wohldosiert unterstützt wurde sie durch „Swingtime“ mit Volker Hilbert (Klavier und Gesang), Herbert Haberkorn (Saxophon und Gesang), Bernd Jung (Gitarre) und Wolfgang Abe (Schlagzeug). Mit leiser Ironie im Programm zeigten die Protagonisten, wie dicht in dieser Lyrik der großartigen Poeten Lachen und Weinen beieinander liegen. Mit ihrer gelungenen Mischung aus witzigen, dramatischen und nachdenklichen Literatur-Kunststückchen ließen die gut vorbereiteten Faschings-Muffel ihre Zuschauer und Zuhörer lachen, träumen, schmunzeln und ergriffen sein.

So vermittelten die Faschings-Muffel ihrem Publikum einen vergnüglichen Abend Kurzweil mit Texten, die selbst nach 100 Jahren kein bisschen angestaubt sind und trefflich auf Problemzonen in der heutigen großen und kleinen Politik passen. Letztlich kommen die Akteure gemeinsam mit dem Publikum zu der Erkenntnis, dass die große rhetorische Frage „ Gibt’s denn das …?“ nicht nur zu Zeiten von Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Erich Weinert und Christian Morgenstern modern war, sondern noch heute ist und in Zukunft vermutlich sein wird. „Gibt’s denn das ….?“ fragte man sich sowohl einst und fragt man sich auch heute in der Politik, der Gesellschaft, im Zusammenleben in der Familie, in der Liebe und in allerlei Alltagsthemen.

Dr. Christel Burkhardt und „ihre“ Männer der Gruppe „Swingtime“ sind seit mehr als zehn Jahren die Mühlhäuser Faschingsmuffel, und das mit sich ausprägender Leidenschaft. Seit dem Jahr 2003 zeigen sie der närrischen Zeit auf literarisch-humorvolle Art die Muffel-Hörner. „Auch im nächsten Jahr werden wir wieder mit Lyrik, Prosa und viel Musik dem Narhalla-Ruf trotzen“, versicherten die gut gelaunten Faschings-Muffel. Das dürfte das Mühlhäuser Publikum freuen, das nach dem diesjährigen Auftritt des faschingsallergischen Tieres leicht lyrisch angeheitert den Heimweg antrat.

 

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