Mehr als Jazz zwischen den Jahren

Posted by on 20. Januar 2014
Kulturbund-Swingers begeisterten ihr Publikum mit farbenfrohem Klangbild

Von Iris Henning

Mühlhausen. Zwischen den Jahren gibt es Jazz und Blues. Das ist seit nunmehr 28 Jahren so üblich in Mühlhausen. Die Tilenau-Swing-Band legte seinerzeit den musikalischen Grundstein für diese Veranstaltung, nicht wissend, dass diese sich zu einem bei den Mühlhäusern und Gästen der Stadt beliebten Traditionsabend entwickeln würde. Seit Auflösung der Swing-Band führen die Kulturbund-Swingers diese Tradition weiter und lassen sie seit dem klangvoll aufblühen. Das bewiesen die fünf Musiker Heiko Zindler (Bass, Gitarre, Gesang), Torsten Clauß (Saxophon, Gesang), Volker Mey (Schlagzeug), Christian Montag (Gitarre, Banjo) und das

Multitalent Rainer Fenkl (Saxophon, Klarinette, Mundharmonika und andere Instrumente) um die Pianistin und Sängerin Susann Rettelbusch am Samstagabend im voll besetzten Puschkinhaus-Saal. Die Erwartung des Publikums an das angekündigte Musik-Erlebnis wurde keinesfalls enttäuscht. Die Kulturbund-Swingers zeigten sich musikalisch nicht nur bestens vorbereitet auf den Abend, sondern überraschten zudem mit einer Erweiterung der Instrumente-Vielfalt. Neuerdings gehören ein schwarzes E-Piano und ein weißer Kontrabass zur technischen Ausstattung. Auch in die Bühnentechnik wurde einiges investiert. Mit dieser neuen Ausstattung, großer Lust, Spiellaune und Können entwarfen die Kulturbund-Swingers ein noch farbenfroheres Klangbild als gewohnt.

Auf schönste Art schleuderten sie wohl dosierte Salven aus Blues, Rock und Jazz durch den Raum, dass es für die Ohren die reinste Freude war. Gut zwei Stunden lang unterhielten sie ihr Publikum mit einem bunt und gut gemixten Programm aus neun Jahrzehnten Musikgeschichte. Sie griffen aus dem Liedrepertoire von Paul Mc Cartney und Georg Lewis, von Gary Moore und Fleetwood Mac, von Caro Emerald, Paul Desmond und anderen Musikerlegenden. Sie ließen einen Zug durch den Saal fahren, besangen den Mond und die Liebe. Vor allem aber verzauberten sie mit ihrem sympathischen und temperamentvollen Auftritt das gesamte Publikum, das mit begeistertem Szeneapplaus die Kulturbund-Swingers immer wieder anfeuerte. Anhaltender rhythmischer Applaus forderte zu vorgerückter Stunde noch zwei Zugaben heraus.

Übrigens: Um Nachwuchs brauchen sich die Kulturbund-Swingers vermutlich keine Sorgen zu machen. Für einige Titel setzte sich Oliver Clauß – der Sohn des Klarinettisten und Sängers Torsten Clauß – hinter das Schlagzeug und tobte gekonnt seine Spielfreude aus. So hat der „Jazz zwischen den Jahren“ wohl auch noch in der folgenden Generation klangvolle Zukunftsaussichten.

 

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