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Posted by on 29. November 2013

Reizvolle Quellen

Im Mittelalter entstand die Popperöder Quelle

Mögen Sie Naturdenkmale? Eines der bekanntesten und schönsten geologischen Naturdenkmale in Mühlhausen ist die Popperöder Quelle im westlichen Stadtrandgebiet. Nur wenige Gehminuten entfernt sind weitere sehenswerte geologische Denkmale zu finden: die Thomasquelle und die Thomaswiese.

Die Popperöder Quelle soll während eines Erdbebens und durch einen Erdfall im Jahr 1199 entstanden sein. In unmittelbarer Nähe dieser bekannten Quelle befindet sich eine weitere: das Grundsloch. Wann das Grundsloch entstand, ist allerdings unbekannt. Es wurde 1894 bei dem Bau einer Wasserleitung bedeckt und liefert noch heute das köstliche Trinkwasser für Mühlhausen.

Der Bach der Popperöder Quelle war über Jahrhunderte schon Anziehungspunkt der Mühlhäuser, besonders nach dem Bau des Brunnenhauses zwischen 1611 und 1614. Die Tradition der jährlichen Brunnenfeste wird auch heute noch fortgeführt. Unter Schutz gestellt wurde die Popperöder Quelle im Jahr 1938.

Smaragdgrüne Thomasquelle

Etwa einen Kilometer südlich der Popperöder Quelle, inmitten eines brachliegenden Feldes, liegt die Thomasquelle. Sie ist viel jünger als die Popperöder Quelle. Im Januar 1901 bildete sich dort ein Erdfall, der sich binnen einiger Tage mit Wasser füllte. Das stieg höher und höher und stürzte mit Schwall über den Acker, wo es sich sein Bett grub, um in die Thomasteiche zu gelangen.

Aufgrund des hohen Salzgehalts eignet sich das Wasser der Thomasquelle nicht als Trinkwasser. Wunderschön ist aber der smaragdgrüne Schimmer der Quelle, die etwa 47 Meter tief ist.

Im Jahr 2000 wurde die Thomasquelle zum Naturdenkmal erklärt. Der im Jahr 1904 geschaffene künstliche Ablauf der Quelle wurde im Jahr 2008 vollständig zurückgenommen. Nun plätschert das Wasser wieder munter über den Acker in die Thomasteiche.

Das insgesamt etwa dreizehn Hektar große Gelände, die Thomaswiese, wurde 1963 unter Schutz gestellt. Die Wiese ist Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Von Biologen hervorgehoben werden die zahlreichen Amphibien, die dort ihren Laichplatz aufsuchen. Grasfrösche und Erdkröten wandern im zeitigen Frühjahr in breiter Front aus dem nördlichen Hainich zum Gewässer. Zahlreiche Vogelarten sind auszumachen: Drosselrohrsänger, Rohrschwirl, Rohrweihe und Braunkehlchen zum Beispiel. Über einige Jahre war das Schutzgebiet zusammen mit dem benachbarten Schwanenteich das einzige Thüringer Brutgebiet der Kolbenente. Eisvögel können hier nahezu das ganze Jahr beobachtet werden.

Wohl in diesem naturbelassenen Refugium fühlt sich auch der Mensch. Besonders in den warmen Sommermonaten sind lauschige Abende an den Thomasteichen beliebt. Aber ebenso an klirrend kalten Wintertagen zeigen sich die Teiche und Quellen in malerischer Schönheit.

(Aus: „Der Unstrut-Hainich-Kreis – Zwischen Urwald und Flusslandschaft, mittelalterlichem Charme und gepflegtem Brauchtum“ von Iris Henning, erschienen im Verlag Edition Limosa,200 Seiten, erhältlich im Buchhandel, ISBN 978-3-86037-489-4)

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