Liebevolles Frotzeln zweier ziemlich besten Freunde

Posted by on 23. September 2013

Heiterer Auftakt des Mühlhäuser Satireherbstes durch das Polizeiruf-Duo Schmücke und Schneider

Von Iris Henning

Mühlhausen. „Mit dir möchte ich nicht verheiratet sein!“ ist der Titel des Buches über Herbert und Herbert, den zwei vermutlich bekanntesten ostdeutschen TV-Kommissaren. Als Schmücke und Schneider überführten sie 17 Jahre lang in 50 Polizeiruf-110-Fällen für den MDR die Täter (Von solch 100-prozentiger Erfolgsquote können die Kommissare im wirklichen Polizeileben nur träumen).

Die letzte Klappe für den letzten gemeinsamen „Polizeiruf 110“ aus Halle ist für Schmücke und Schneider alias Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler gefallen. Im März dieses Jahres wurde die „Tödliche Entscheidung“ mit dem dienstältesten Ermittlerpaar in mehr als sieben Millionen Wohnzimmer gesendet.

Zur Ruhe gesetzt haben sich Schwarz und Winkler jedoch nicht – wohl auch dank des Publizisten und Kolumnisten Andreas Kurtz, der Gespräche, Anekdoten und Frotzeleien der beiden zwischen zwei Buchdeckel packte. Schon der Titel „Mit dir möchte ich nicht verheiratet sein!“ verrät: Hier wird ausgepackt aus dem Leben, hier wird auf Höhe- und Tiefpunkte geblickt, auf Episoden vor und hinter der Kamera.

Mit jenen Anekdoten eröffneten Schmücke und Schneider bzw. Schwarz und Winkler am Mittwochabend in der vollen Rathaushalle den traditionellen Mühlhäuser Satireherbst. Das in die Jahre gekommene Ermittlerpaar frotzelte auf das Lieblichste, ohne je den anderen zu verletzen. Schließlich hat der eine immer Recht – und der andere sowieso.

Dieser freundlich-frotzelige Umgang, den die beiden hingebungsvoll pflegen, sorgte schließlich schon 50 Fälle lang für beste Unterhaltung und wurde längst zum Markenzeichen für die TV-Kommissare. Dem bleiben sie auch während ihrer Lesereise treu. Wenn sie auch als Fernseh-Kommissare in Pension geschickt wurden – als Schmücke und Schneider auf Lesereise sind Schwarz und Winkler genau wie im Leben vor und hinter der Kamera ein ihrem Alter entsprechend kauzig-sympathisches Paar, das plaudernd und augenzwinkernd Auskunft über ihre Laufbahn als Schauspieler, über Filme und gespielte Rollen, über ihr Leben und ihre Pläne gibt.

Herbert Schmücke und Herbert Schneider bzw. Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler wurden zwar von ihrer Polizeidienststelle in Rente geschickt – aber im wirklichen Leben denken sie noch lange nicht an den Abschied vom Schauspieler-Dasein. Das Mühlhäuser Publikum dankte es dem Duo mit herzlichem Applaus.

Die nächste Veranstaltung innerhalb des Mühlhäuser Satireherbstes findet am Samstag, 5. Oktober, ab 20 Uhr, in der Kulturstätte Schwanenteich statt. Die „Leipziger Pfeffermühle“ ist zu Gast.

 

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