Entdeckungen in der Kunstlandschaft

Posted by on 23. September 2013

Sieben Künstler aus dem Landkreis öffneten am Wochenende ihre Ateliers

Von Iris Henning

Landkreis. Erotisches, Landschaftliches, Mythologisches, Florales und Phantasievolles auf Papier, auf Holz oder aus Stein – sieben Künstler im Unstrut-Hainich-Kreis überraschten und erfreuten am Wochenende während der thüringenweiten Aktion „Offene Ateliers“ ihre Besucher mit bemerkenswerter Vielfalt. Der Spaziergang durch die Ateliers zwischen Dachrieden und Bad Langensalza gestaltete sich zu einem genussvollen Augenschmaus, zubereitet aus zeitgenössischer Kunst aus der Region und direkt am Ort des Entstehens serviert. Die dargebotene Festtafel hielt selbst für das Stammpublikum der alljährlich stattfindenden Offene-Atelier-Aktionen Überraschungen parat. So kredenzte Reinhard Wand aus Dachrieden neben seiner Malerei und seinen Objekten erstmals Bildhauerarbeiten. Reinhard Mietzger aus Ammern sieht die Welt farbenfroh und in Rätsel gehüllt. Seine Bilder enthalten sowohl versteckte Botschaften und geheimnisvolle wirkende Schriften als auch eine angenehme Prise Komik. Die Entschlüsselung seiner Bilderwelten überlässt er gern dem Betrachter.

Großformatige Holzdrucke waren der Hingucker in dem hübschen Gartenhaus-Atelier von Rüdiger Mußbach in Höngeda. Mit diesen neuen Arbeiten wird er sich an der Ausstellung „Provinz. Künstler aus Thüringen“ im „Kulturhof zum Güldenen Krönbacken“ in Erfurt beteiligen, die demnächst eröffnet wird.

Ein alljährlicher Besuchermagnet ist ebenso die hauseigene Galerie des Bollstedter Malers Siegfried Böhning. Die Liebhaber der Böhning-Malerei kommen dabei längst nicht mehr nur aus dem Landkreis. Seine außergewöhnliche Art, die regionale Landschaft unmittelbar vor der Haustür in ästhetische Bilder und Seelenlandschaften umzusetzen, hat über die Thüringer Landesgrenze hinaus viel Beachtung und Anerkennung gefunden.

Ein besonderes Jubiläum beging der Bildhauer Harald Stieding aus Bad Langensalza. „In diesem Jahr darf ich mich seit 50 Jahren Bildhauer nennen“, heißt es in seiner Einladung. Stieding gefiel den vielen Besuchern nicht nur durch seine Vielseitigkeit als nimmermüder Bildhauer, der sich immer wieder gern durch antike griechische Mythen und die Schönheit der Weiblichkeit inspirieren lässt, sondern ebenso als Maler, Grafiker und Autor. So präsentierte er sein gemeinsam mit Marianne F. Schulz druckfrisches Buch „Evastöchter am Rubikon – Charaktere in Versuchung“.

Ebenfalls ihre Türen weit geöffnet hatten die Keramikerin Petra Arndt in Volkenroda und die Malerin Kirsten Priebsch aus Mühlhausen.

Mit der alljährlichen Atelier-Aktion jeweils am zweiten Wochenende im September will der Verband Bildender Künstler (VBK) die Kunst aus Thüringen und die, die sie schaffen, in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken. Die Besucher können an diesen Tagen in ganz Thüringen eine vielgestaltige Kunstlandschaft entdecken und mit den Künstlern ins Gespräch kommen. So bieten die Ateliertage Begegnungsmöglichkeiten, wie sie keine Galerie, kein Museum und auch keine Messe bieten kann. Insgesamt hatten am Wochenende etwa 50 Künstler ihre Ateliers geöffnet und verwöhnten ihre Gäste nicht nur mit Augenschmaus und angenehmen Gesprächen über Kunst, Gott und die Welt sondern ebenso mit Kaffee, Plätzchen oder Selbstgebackenem. Und groß ist jedes Mal die Freude, wenn doch das eine oder andere Stück aus dem Atelier seinen ganz persönlichen Liebhaber findet, der bereit ist, auch einen Preis dafür zu zahlen.

 

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