Auf Papier und Holz geprägte Träume entlang der Realität

Posted by on 23. September 2013

Katrin Prinich-Heutzenröder stellt sich in der Galerie Zimmer mit „Jenseits der Vernunft“ vor

Von Iris Henning

Mühlhausen. Filigran, fein, verträumt und ein bisschen grüblerisch: Das ist die künstlerische Handschrift der Mühlhäuserin Katrin Prinich-Heutzenröder. Nach einigen Jahren des Rückzugs aus der regionalen Kunstszene meldet sich die 43-Jährige wieder zurück: mit der Ausstellung „Jenseits der Vernunft“ in der Galerie Zimmer am Stadtberg.

Das wurde auch Zeit. Katrin Prinich-Heutzenröder wurde sehr vermisst. Das bescheinigten allein die vielen Glückwünsche und das ungezählte Händeschütteln am Samstagabend zur Vernissage. Zwar ist es stets voll in der Galerie Zimmer, wenn eine neue Ausstellung eröffnet wird. Aber dieses Mal drängten besonders viele Kunstfreunde in die kleine, feine Privatgalerie.

Überglücklich zeigte sich auch Galerist Peter Zimmer. Die Künstlerin ist ihm nicht fremd. Er kennt sie von Kindesbeinen an. So war Zimmer mit Franz Prinich, dem Vater der Künstlerin, beinah ein Vierteljahrhundert lang eng befreundet. So sei er heute über alle Maßen froh, dass Katrin Prinich-Heutzenröder mit ihrer Kunst zum einen das Erbe ihres Vaters fortsetze und zum anderen, dass sie ihm jene Freundschaft entgegenbringe wie einst ihr Vater.

„Jenseits der Vernunft – dieser Titel passt zu mir und meinen Arbeiten“, bestätigte dann die Künstlerin. Wenn auch ihre Arbeiten eine unglaubliche Fülle an detailreichen Formen aufweisen – hier ein Fisch, dort eine Blume, ein Blatt oder ein Felsen – so sucht man diese vermeintlich real existierenden Gegenstände in der Natur vergebens. „Die Künstlerin orientiert sich sehr wohl an existierenden Formen und Gebilden, nimmt aber diese als Anlass, entlang der Realität weiter zu träumen, mit realen Prägungen zu phantasieren, ihrer Lust zu fabulieren freien absichtslosen Lauf lassend, abseits vorgegebener Denkschemata, Stilrichtungsfragen oder hippen Mainstreamkriterien zu denken und zu arbeiten und eben ein wenig ‚Jenseits der Vernunft‘ zu sein“, hieß es auch in der Laudatio von Peter Zimmer.

Die Arbeiten der Künstlerin sind aber noch mehr. Sie sind auf kostbares Papier gebrachtes oder in Holz geritztes akribisches Hinterfragen und unermüdliches Forschen nach Hintergründen und kausalen Zusammenhängen. So glaubt man dann schon, was Peter Zimmer während der Ausstellungseröffnung verriet: Nämlich, dass sich seine Protagonistin gern von TV-Krimis inspirieren lässt, vor allem vom ARD-Format „Tatort“. Nur mit dem Unterschied, dass die Künstlerin nicht auf Verbrecherjagd ist, sondern auf ihre Art mit kriminalistischem Gespür und solidem handwerklichen Können auf der Suche ist nach dem Ursprung und dem Sinn allen Seins.

Die Ausstellung „Jenseits der Vernunft“ ist bis 10. November in der Galerie Zimmer am Stadtberg zu sehen. Öffnungszeiten sind donnerstags bis sonntags jeweils von 16 bis 18 Uhr.

 DIASCHAU

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