Augenglück in fremden Gärten

Posted by on 25. Juni 2013

20 Gärten in Mühlhausen und Umgebung präsentierten sich mit Charme und üppiger Vielfalt

 

Von Iris Henning

Mühlhausen. In Gartenträumen schwelgten am Sonntag gut 700 Mühlhäuser und Gäste der Stadt. So viele Besucher wie noch in keinem Jahr zuvor zählte Dietrich Hose, der Initiator der „Offenen Gärten“ in Mühlhausen. Vor fünf Jahren säte er das Korn der Begeisterung, das in Mühlhausen auf fruchtbaren Boden traf. Aus dem zarten Pflänzchen ist längst eine feste Größe im Kulturleben der Stadt geworden.

Am Sonntag fand nun die sechste Auflage der „Offenen Gärten“ in Mühlhausen statt. 20 Gartenbesitzer zwischen Mühlhausen und Volkenroda, Seebach und Bollstedt, öffneten ihre zumeist privaten Refugien für die Neugierigen – ebenfalls so viele wie noch in keinem Jahr und so viele, dass es kaum wer schaffte, sie in den Stunden zwischen 10 und 17 Uhr, sich in allen Refugien umzuschauen. Gut, dass da die Mühlhäuser Straßenbahn mit im Einsatz war, die in mehreren Touren diverse Gärten in der Stadt ansteuerte.

Ob nun zu Fuß, mit der Bahn, per Fahrrad oder Auto: Es ist allemal vergnüglich und entspannend, einmal einen Blick in fremder Leute Gärten werfen zu dürfen. Die Gärten in Mühlhausen und Umgebung stehen dabei jedes Jahr für Vielfalt: In der weitläufigen Oase der Familie Leipert wird die Iris- und Taglilien-Kultur hingebungsvoll gepflegt und gehegt, die Familie Münzberg in Körner richtete sich ein grünes Wohnzimmer mit Steingarten, Gewürzrabatte, Nutzgarten und Keramik aus eigener Herstellung ein, Familie Braun aus Sollstedt setzt Schwerpunkt auf Kräuter. Ein Genuss für die Sinne wurde der Besuch im Bibel-Klang-Kunst-Garten im Schulzentrum „Janusz Korczak“ in höngeda. Augenglück bescherten Gärten wie der der Familie Böhning in Bollstedt und der der Familie Stauch in Mühlhausen. Mit einer weitläufigen freien Grünanlage aus naturbelassener Wiesenfläche überraschte das grüne Reich der Familie Schneider in Volkenroda. Familie Schneider beteiligte sich erstmals an den „Offenen Gärten“, ebenso die Familie Mielke aus Görmar. Hingucker in diesem großzügigen, von ländlichen Charme geprägten Areal ist ein weißlackiertes Bett mitten auf der Wiese. „Da haben wir die Nacht auch drin geschlafen, unter Tausenden von Sternen“, schwärmt Erika Mielke über ihre erste Erfahrung im Freiluft-Schlafen.

Eine schöne Bereicherung im Offenen-Garten-Reigen waren ebenso die Beteiligung der Familie Eisenhardt aus Grabe mit ihrer Hofgartenanlage, die über und über mit selbstgefertigter Keramik geschmückt ist, sowie die Teilnahme der Familie Hartleb aus Büttstedt. Die Hartlebs überraschten mit ihrem ehemals landwirtschaftlich genutztem Anwesen, das sie Stück für Stück in einen lebens- und liebenswerten Grünraum gestalteten. Erstmals lud auch eine Kleingartenanlage zum Besuch ein. Die idyllische Anlage „Am Kirschberg“ am Rieseninger in Mühlhausen stellte sich den Gästen vor.

Egal, wohin die Besucher auch ihre Schritte lenkten, egal, ob sie einen kleinen Hausgarten oder einen mehrere tausend Quadratmeter großen Landschaftsgarten besuchten: Alle Oasen gewährten die unterschiedlichsten Anregungen. Überall wurden sie mit offenen Armen und oft auch mit einem Tässchen Tee oder Kaffee empfangen. Gartenbesitzer teilen gern ihre Freude am Pflanzen, Wachsen und Gedeihen und geben ihre Erfahrungen gern weiter.

Nach dem üppigen Augenschmaus gab es am Abend dann noch einen festlichen Ohrenschmaus. Das Lehrergesangsquartett der Kreismusikschule Johann Sebastian Bach servierte in der Vogelschutzwarte in Seebach ausgewählte Köstlichkeiten.

Auch im nächsten Jahr wird sich Mühlhausen wieder an den „Offenen Gärten“ beteiligen. Wer ebenfalls sein privates Refugium für einige Stunden Gartenliebhabern zugänglich machen möchte, kann sich bereits bei Dietrich Hose, (03601) 445813, sowie Dieter Stauch, (03601) 816474, anmelden.

DIASCHAU

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