Von der Freundlichkeit der Welt

Posted by on 24. Juni 2013

Bilder zwischen Dichtung und Wahrheit von Siegfried Besser in der Galerie Zimmer

Von Iris Henning

Mühlhausen. „Schöne weite Welt“ titelt die neue Ausstellung in der Galerie Zimmer, die am Wochenende eröffnet wurde. Siegfried Besser aus Marxhagen in Mecklenburg brachte eine Auswahl seiner warmherzigen Betrachtung auf die Schönheit in dieser Welt nach Mühlhausen. Er zeigt den stillen Dorfteich in der Mecklenburger Einsamkeit genauso wie landschaftliche und architektonische Einmaligkeiten aus dem Irgendwo der weiten Welt zwischen Norwegen, Kreta und Syrien. Gebäuden und Landschaften schenkt Besser, der an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden studierte, große Aufmerksamkeit. Und sind doch einmal Menschen abgebildet, sind diese eher schmückendes Beiwerk am Rand statt bedeutungsvolle Akteure.

Besser legt sein Augenmerk auf intensive Farbstimmung, in die er mit großer Lust alle Lebensfreude hineinsteckt. Beinah so, als habe er das Gedöns und Wichtigtuerische in dieser Welt satt, genauso satt wie das Hässliche und Schreckliche.

„Ich möchte malen, was irgendwie schön ist“, bekennt dann auch der 72-jährige Wahlmecklenburger. Was er abbildet, sind liebenswürdige Motive, die irgendwo zwischen Dichtung und Wahrheit liegen. So die „Rote Stadt“ und die „Nächtliche Stadt“: zwei bezaubernde Bilder voll poetisch-lyrischer Erzählkraft, die jedes für sich eine großartige Symphonie aus Farben ist.

Bessers Bilder erzählen ausschließlich von der Freundlichkeit in dieser Welt. Seine Erzählperspektive ist dabei einzigartig: „Spielerisches vereint sich mit Ordnungssinn, Rhythmisches mit Statischem, Mythisches mit Alltäglichem“, schrieb der Berliner Kunsthistoriker Dr. Peter Michel kürzlich über das Werk von Siegfried Besser.

All diese Attribute bescheinigt der Kunsthistoriker ebenfalls Bessers Frau, Anke Besser-Güth. Auch sie, die Keramikerin, ist in der neuen Ausstellung in der Galerie Zimmer vertreten. Ihre heiteren, freundlichen und ästhetischen Figuren lassen das Taubenhaus der Galerie zum bunten Fest werden. „Ein Karneval der Kulturen“, meinte ein Besucher zu den keramischen Akteuren.

Die neue Ausstellung „Schöne weite Welt“ sowie die Ergänzungsausstellung „Figürliche Keramik“ wird bis zum 8. September in der Galerie Zimmer am Stadtberg, Goetheweg 28, gezeigt. Geöffnet hat die Galerie donnerstags bis sonntags jeweils von 16 bis 18 Uhr.

 DIASCHAU

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