Die Entdeckung der Parallelwelten

Posted by on 26. Mai 2013

Reinhard Wand zeigt sich in der Kulturbund-Ausstellung als sensibler Beobachter

 

Mühlhausen. Wenn dieser Mann blinzelt, liegt es selten am zu grellen Licht. Er schließt die Augen zu Sehschlitzen, um besser sehen zu können. Reinhard Wand blendet auf seine Art den Rest der Welt aus, um mehr erkennen zu können – oder um Parallelwelten zu entdecken.

Reinhard Wand im KB

Reinhard Wand zeigt „Parallelwelten“. Foto: Iris Henning

Was er auf diese Art sieht, zeigt der Dachrieder Künstler derzeit in der Kleinen Galerie im Mühlhäuser Kulturbund, im Puschkinhaus. Gut 20 Arbeiten hat er für die jetzt eröffnete Ausstellung „Parallelwelten“

mitgebracht – und überrascht damit sein Stammpublikum. Das kennt den sympathischen Dachrieder seit mehr als ein Jahrzehnt als einen Maler, der sich mit Leib und Seele von fernöstlichen Motiven inspirieren ließ. In dieser Ausstellung sucht man diese Motive vergebens. „Ich kann auch anders“, meint der Künstler dazu. Dabei erfindet er sich nicht neu, sondern greift sogar weit in sein Bildarchiv zurück. So trifft Vergangenheit die Gegenwart, denn auch neue Arbeiten brachte Reinhard Wand ins Kulturbund-Haus. Einige Arbeiten sind dabei, die er als „Experiment“ sieht. Ausgewählte und leicht verfremdete Fotos der Journalistin Iris Henning aus Eigenrieden wurden zum Bestandteil für Neues aus dem Dachrieder Atelier. Aus abgebildeten Wasserspiegelungen hört Reinhard Wand Geflüster, in tief hängenden Wolkenformationen sieht er eine Walküre, in zum Gebirge aufgetürmten Felsen entdeckt er einen ganzen Mikro-Kosmos an Leben. So bekommen die Fotos, die während einer mehrwöchigen Wasserwanderung auf dem Fluss Lena im Hohen Norden Russlands entstanden, eine neue Erzähldimension „Ich habe mir diese Bilder blinzelnd angeschaut und da hat es nur so gewimmelt von Geschehnissen – wie in einer Parallelwelt“, erklärt Reinhard Wand. Das erinnert ein wenig an das uralte Kinderspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Doch Reinhard Wand bleibt nicht bei der kindlichen Freude. Er löst das Rätsel kunstvoll auf und macht für die Betrachter der Bilder sichtbar, was er entdeckt hat. Das gilt auch für die anderen Arbeiten wie der „Heilige Bimbam“, „Iphigenie darf nicht warten“ oder „Die Welt da vorne links“.

Die Ausstellung „Parallelwelten“ ist die erste Personalausstellung von Reinhard Wand im Jahr 2013. Bis Anfang September wird sie im Kulturbund-Raum im Puschkinhaus zu sehen sein. Ein Besuch ist kostenfrei. ih

 

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