Wellengespräche in der Parallelwelt

Posted by on 22. Mai 2013

Reinhard Wand überrascht mit seiner Ausstellung in der Kleinen Galerie im Mühlhäuser Kulturbund

Von Iris Henning

Mühlhausen. Heiliger Bimbam und Hacke-Männer, Wellengespräche und Felsenwelten sind nur einige Titel der etwas mehr als 20 Arbeiten, die in der neuen Ausstellung „Parallelwelten“ in der Kleinen Galerie des Mühlhäuser Kulturbundes gezeigt werden. Eröffnet wird sie am kommenden Mittwochabend, 22. Mai, um 18 Uhr. Reinhard Wand aus Dachrieden überrascht in dieser Personalausstellung nicht nur mit neuen künstlerischen Ausdrucksformen, sondern ebenso durch Vielfalt. Wand, der sich in den zurückliegenden Jahren hauptsächlich durch fernöstliche Motive inspirieren ließ, stellt sich dieses Mal als ein Meister des Filigranen, als fantasievoller Objektgestalter und facettenreicher Geschichtenerzähler vor. Er zeigt Zeichnungen auf Papier, Holz und Blech. Ausgediente Hacken verwandelt er in Charakterkopf-Figuren.

Wand Rainer

Reinhard Wand erzählt mit seinen Bildern fantasievolle Geschichten. Am 22. Mai wird seine Personalausstellung in der Kleinen Galerie des Kulturbundes eröffnet. Foto: Iris Henning

Ein gänzlich neues Experimentierfeld für ihn ist die Arbeit auf großformatigen, verfremdeten Fotos. Diese sehr farbintensiven Motive stellte eine Fotojournalistin zur Verfügung. In den Wolkenbildern, Wasserspiegelungen und aufgetürmten Gesteinen sieht der Dachrieder Künstler eigenwillige Welten voller Leben – kleine, von Menschen bewohnte Parallelwelten, die neben der Wirklichkeit zu existieren scheinen.

Parallelwelten sind ebenso die anderen Arbeiten: das von schwerer Arbeit, Wind und Wetter zerfurchte Gesicht der Hacke-Männer, der zum Mond blickende Narr, die vermeintlich ehrenwerten Kirchenvertreter hinter dem zerschlissenen Beichtstuhl ….

„Meine Arbeiten sollen auch Parallelen zur Wirklichkeit sein“, sagt Wand. So ist der zerschlissene Beichtstuhl ein Verweis auf die jüngsten Skandale hinter den Kirchenmauern. Der Narr sagt jedem, dass er sich selbst bitte nicht so ernst nehmen soll und die Hacke-Männer sind zur Figur gewordene Necknamen der Dachrieder.

Gern hätte Reinhard Wand noch weitere neue Arbeiten in die Galerie gebracht. So gehören Bildhauereien seit kurzem zu seinem Repertoire. Den leicht zu bearbeitenden Ytong-Stein aus dem Baumarkt verwandelt er in ausdrucksstarke Figuren. Doch die Kleine Galerie des Kulturbundes setzt einen schmalen Rahmen. „Da war leider kein Platz mehr“, bedauert Wand. Interessierte könnten diese Arbeiten jederzeit in seinem Freiluftatelier und in der hauseigenen Galerie in Dachrieden, an der Kaisershagener Straße, anschauen, verweist der Künstler.

Zuvor sind die Kunstfreunde herzlich zur Vernissage im Kulturbund willkommen. Statt einer Laudatio wird es ein kurzweiliges Künstlergespräch geben. Musikalisch begleitet wird die Ausstellungseröffnung durch die Kulturbund-Swingers.

Die Ausstellung „Parallelwelten“ ist die erste Personalausstellung von Reinhard Wand im Jahr 2013. Bis zum Sommer wird sie im Kulturbund-Raum im Puschkinhaus zu sehen sein.

 

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