Das Lenz-Syndrom und andere Frühlingsgefühle

Posted by on 27. März 2013

Christel Burkhardt und „Swingtime“ trugen atmosphärische Konflikte aus

 

Mühlhausen. Höchste Zeit, die Gefühle zu wechseln. Das meinten Dr. Christel Burkhardt und ihre Freunde der Gruppe „Swingtime“ am Mittwochabend. Während es draußen leise vor sich hin schneite, zogen die Künstler alle Register ihres Könnens, wenigstens im Puschkinhaus-Saal am kalendarischen Frühlingsbeginn den Frühling einziehen zu lassen. Humorvoll-kecke Verse fand die in festlich Schwarz-Rot gekleidete literaturliebende Akademikerin bei ihren Lieblingsautoren wie Erich Kästner, Joachim Ringelnatz, Wilhelm Busch, Kurt Tucholsky und Co.

Mit ihnen begutachtete sie das Lenz-Syndrom und ließ sie es rascheln und rieseln, murmeln und grünen, duften und sprießen. Den frühlings-vergnügten Takt zwischen den Versen lieferte die Mühlhäuser Gruppe „Swingtime“. Sie war auch ein sensibler Begleiter, als sich Christel Burkhardt sich mit rauchiger Stimme an das berühmte Lied der Marlene Dietrich „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ wagte. Ihr Lohn: Bravo-Rufe und begeisterter Applaus.

Doch das sowie gelungene Otto-Reuter-Couplets (Volker Hilbert) waren nicht die einzigen Überraschungen des musikalisch-literarischen Abends, der unter dem Titel „Atmosphärische Konflikte“ stand. Einige Minuten wurden zur gesanglichen Hochkultur, nämlich als der frühere Opern-Sänger Walter Andreas Klein vor das Publikum trat. Auch für ihn: reichlich Szeneapplaus.

„Ein schöner Abend“, hörte man im Publikum raunen, als der Abend zu Ende ging. Und: Es werde doch nun höchste Zeit, dass nicht nur die Gefühle wechseln, sondern auch das Wetter. Draußen hatte sich im Laufe des ersten Frühlingstages eine dichte Schneedecke gebildet. ih

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