20. Auszeichnung für „Testfahrer“

Posted by on 7. Februar 2013

Preisgekrönter Kurzfilm aus Mühlhausen wird auf der diesjährigen Berlinale vorgestellt

Von Iris Henning

Mühlhausen. Der Dokumentationsfilm „Testfahrer“ der Mühlhäuser Filmemacher Florian Arndt (20) und Arvid Neid (21) ist seit seiner Premiere im vergangenen Jahr auf Erfolgskurs. Jetzt wurde der 20-minütige Streifen vom MDR mit dem Unicato Award prämiert. Das ist mittlerweile die 20. Auszeichnung, die der Film erhalten hat.

So hatten die jungen Filmemacher bereits bei der 10. „Filmthuer“, dem Landesfilmfestival Thüringens in Jena abgeräumt. Dort erhielten sie den Hauptpreis, die „Goldene Filmthuer“, in der Kategorie Jugendfilm sowie den „Förderpreis Jugend“ als Sonderpreis und in der Einzelbewertung nochmals den ersten Preis. Einen Sonderpreis gab es außerdem noch für die „Beste Montage“. Vom „Bundes-Filmfestival Dokumentarfilm“ in Bad Liebenstein kehrten sie mit dem zweiten Preis zurück. Den Publikumspreis erhielt der „Testfahrer“ während des Festivals „Kurzsüchtig“ in Leipzig. Von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden wurde der Film mit dem Prädikat „Besonders Wertvoll“ ausgezeichnet und wurde zum Kurzdokumentarfilm des Monats gekürt.

Florian Arndt + Vokmar Kirschbaum

Freunde fürs Leben sind der junge Regisseur Florian Arndt und der „Testfahrer“ Volkmar Kirschbaum – hier auf der Lichtbildzeit-Bühne in der 3K-Theaterwerkstatt – geworden. Foto: Archiv

„Wir sind überglücklich über den bisherigen Erfolg“, sagt Florian Arndt, der derzeit als Regisseur bei einer Medienproduktionsfirma in Leipzig angestellt und bald sein Studium an einer Filmhochschule beginnen will.

Der „Testfahrer“ wird vermutlich noch nicht am Ende der Auszeichnungsstrecke angelangt sein. Vor einigen Tagen wurde er von der AG Kurzfilm, dem Bundesverband Deutscher Kurzfilm, in die Liste der „Besten 100 German Shortfilms 2013“ gewählt. Damit wird der Film auf der Berlinale diesen Jahres mit den 99 anderen Kurzfilmen vorgestellt und hat unabhängig davon beste Chancen, auch für internationale Festivals nominiert zu werden. Darum erhielt er bereits englische, tschechische und russische Untertitel.

Gezeigt wurde der Kurzfilm „Testfahrer“ kurz nach seiner Fertigstellung auch in Mühlhausen, während des ersten Festivals von „Lichtbildzeit“ in der 3K-Spielstätte Kilianikirche (unsere Zeitung berichtete). Der Film ist alles andere als leichte Kost. Schließlich porträtieren die Filmemacher Arvid Neid und Florian Arndt einen Schwerstbehinderten. Wenn der Mühlhäuser Volkmar Kirschbaum (heute 70 Jahre alt) vor der Kamera seine körperlichen Gebrechen aufzählt, dann hat man es mit einer nicht enden wollenden Liste schwerster Krankheiten zu tun. „Dennoch pendelt ‚Testfahrer‘ immer zwischen Komödie und Tragödie, wechseln brüllend komische Alltagsszenen und berührende Momente einander ab. Entstanden ist eine heiter bis wolkige, aber stets sensible Dokumentation über einen Mann, der eigentlich jede Krankheit hat, aber trotzdem immer weiter fährt“, hieß es während der Verleihung des Unicato Award.

Auf weiterem Filmkurs steuert auch Florian Arndt mit seinem Team der ehemaligen Mühlhäuser Filmfabrik. Das Team nennt sich nun „sons of motion pictures“, was so viel heißt wie „Söhne der bewegten Bilder“. Zwei neue Dokumentarfilme, in denen ebenfalls Mühlhäuser Protagonisten die Hauptrollen übernehmen, stehen kurz vor Fertigstellung. „Die werden noch in diesem Jahr in Mühlhausen, auf der Lichtbildzeit-Bühne in der Spielstätte Kilianikirche, gezeigt“, verspricht das Film-Team.

 

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