Oppershausen

Posted by on 29. Januar 2013

Dorfschönheiten am Hainich: Im Juni vergangenen Jahres erhielt der Nationalpark Hainich von der Unesco den Status des Weltnaturerbes.

Ein Sachverhalt, der den Dörfern touristische Aufwertung bringen könnte. In dieser Serie stellen wir einige Orte vor. Heute: Oppershausen

Der ganze Ort ist eine Sehenswürdigkeit

Von Iris Henning

Oppershausen. „Palumpa-Land. Davon hatte ich noch nie gehört“, erzählt Katja. Die 32-jährige Erfurterin hat von ihrem Freund Reinhard zum Geburtstag einen Gutschein bekommen. Drei Tage Palumpa-Land. Erst fühlte sich Katja veralbert. So eine Fernreise dauere ja schließlich nicht nur drei Tagen. Dass dieses Land, dessen Name nach Ferne, Sonne und Strand klingt, beinahe vor der Haustür liegt, habe sie erst beim zweiten Hingucken gelesen: Die vermeintliche Fernreise führte nur eine Autostunde von Erfurt weg, an den Stausee bei Oppershausen.

Und nun sind Katja und Reinhard im Palumpa-Land. „Traumhaft“, schwärmt das Paar. Nicht nur einen See haben sie unmittelbar vor der Tür, sondern auch den Nationalpark Hainich und „ein niedliches Nest mit viel Grün, in dem es sogar ein kleines Schloss gibt“, beschreiben die Landeshauptstädter das Dorf Oppershausen. Das wollten sie während ihres Drei-Tages-Aufenthaltes auch kurz kennenlernen. „Getroffen haben wir aber keine Menschenseele“, erzählen sie über ihren Samstagnachmittag-Ausflug. „Aber diese Beschaulichkeit war ganz schön“.

Als sie erfahren, dass etwas mehr als 300 Einwohner in dem Dorf zwischen Niederdorla und Flarchheim wohnen, staunen sie: Wo waren die denn alle an jenem Samstag? Vielleicht beim Hausputzen oder im Garten, mutmaßen sie. Denn die Oppershäuser müssen ein fleißiges Völkchen sein. Hübsch herausgeputzt ist der Ort. Die Wohnhäuser sind gut in Schuss, die Kirche, das historische Trafohäuschen von 1911, der Wasserturm haben frische Farben. „Sieht richtig schick aus“, bemerkt Katja.

Der ganze Ort hat sich besonders in den letzten Jahren in eine Sehenswürdigkeit verwandelt. Der gepflegte Park hinter dem historischen Gutshaus lädt zum Spaziergang ein. Spielplatz und Teich locken Besucher an, auch von außerhalb. Besonders interessant ist die Kirche mit ihrem im romanischen Stil im 12. Jahrhundert errichteten Turm und dem Kirchenschiff im spätgotischen Stil aus dem 14. Jahrhundert.

Für die Zukunft von Oppershausen wird die Naherholung eine Rolle spielen. So schätzen es auch die beiden jungen Erfurter ein. Denn nur zwei Kilometer beträgt die Entfernung zum „Nationalpark Hainich“ , der seit einem Jahr auf der exklusiven Weltnaturerbe-Liste der Unesco steht. Mit dem östlich vom Ort gelegenen Stausee hat der Ort noch eine weitere Erholungsmöglichkeit ganz in der Nähe.

„Für uns war das Palumpa-Land mit Oppershausen ein richtiger Geheimtipp“, freut sich Reinhard über den abwechslungsreichen Kurzbesuch. Gekannt hat auch er den Ort zuvor nicht. Ein Freund hat ihn darauf aufmerksam gemacht. „Als wir angekommen sind, haben wir erst gedacht: Na, hier ist ja gar nichts los. Wir sind ja fast die Einzigen. Aber so ein Idyll fernab jeglichen Massentourismus so nah zu finden, das war wirklich toll.“

Katja und Reinhard wollen auf jeden Fall wiederkommen. „Vom Nationalpark haben wir noch fast nichts gesehen. Da war die Zeit zu kurz“, freuen sie sich schon auf ein nächstes Mal. „Und vielleicht begegnen wir dann ja auch mal einem richtigen ‚Eingeborenen‘ in Oppershausen, der uns ein bisschen über den Ort erzählen kann“, wünschen sie sich.

 DIASCHAU

In der nächsten Folge: Weberstedt

Steckbrief

Oppershausen liegt in einer flachen Talmulde am Gelbrieder Bach und gilt als Kleinod im Unstrut-Hainich-Kreis.

Erstmals urkundlich erwähnt wird Oppershausen im Jahr 1222.

Heute ist Oppershausen eine Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Vogtei.

Ein besonderes Kleinod ist der Stausee. Als Talsperre wurde der im Jahr 1976 fertiggestellt und dient vor allem der Bewässerung von Gemüsefeldern.

 

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