Kürzungen in der Kleinen Galerie

Posted by on 19. Januar 2013

Sparmaßnahmen zwingen den Mühlhäuser Kulturbund zur Reduzierung des Ausstellungsprogramms

Von Iris Henning

Mühlhausen. Eigentlich ist sie etwas zu klein geraten und auch die Proportionen sind nicht die unbedingten Traummaße für eine Galerie. Aber sie besticht durch ihren einzigartigen Charme und Gastfreundschaft: die Kleine Galerie des Mühlhäuser Kulturbundes. Immerhin stellte dort auch schon so eine Größe wie Werner Tübke, einer der bedeutendsten Maler der DDR, aus. Zudem ist die Kulturbund-Galerie mit beinah 37 Jahren die Dienstälteste im gesamten Landkreis. Und soll es auch in Zukunft bleiben, wie Martina Sellmann, die ehrenamtliche Vorsitzende des Kulturbundes und Kuratorin der Galerie, betonte.

Martina Sellmann

Martina Sellmann leitet seit zehn Jahren die Kleine Galerie des Kulturbundes, die im Puschkinhaus zu Hause ist. Foto: Iris Henning

Dennoch soll es der Kleinen Galerie ab diesem Jahr an die Substanz gehen. Statt sechs Ausstellungen im Jahr wie bisher, wird es lediglich noch vier geben. „Mehr können wir uns einfach nicht mehr leisten“, begründet die Kulturbundchefin diese Kürzung.

Mit etwa 300 Euro sind die Kosten für eine Ausstellung eigentlich überschaubar. Das Geld wird gebraucht für den Versand der Einladungen und zur Gestaltung der Vernissage. Dazu gehört auch ein kleines Präsent für den ausstellenden Künstler. Das ist übrigens dessen einziges Honorar dafür, dass er oder sie ein Teil seines künstlerischen Werks für einige Wochen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. „Da können und wollen wir nicht einsparen“, sagt die Kulturbund-Chefin. Weiterhin wolle man an der Tradition festhalten, dass Besuche in der Kleinen Galerie kostenlos bleiben. „Jeder, der sich für Kunst interessiert, soll sich einen Besuch bei uns auch leisten können“, so Frau Sellmann. Immerhin kämen jährlich einige hundert Gäste allein wegen der zeitgenössischen Kunst.

Trotz der Beliebtheit und Überschaubarkeit der Kosten muss der Kulturbund sparen. 600 Euro im Jahr sind eine Menge Geld für den Mühlhäuser Verein. „Wir werden aber weiterhin auf Abwechslung und Vielseitigkeit setzen“, blickt Martina Sellmann auf ihr Ausstellungsprogramm für 2013. Ab Februar wird der Mühlhäuser Maler Eberhard Vater Bilder zeigen. Er wird im Mai abgelöst durch Reinhard Wand aus Dachrieden, der mit Neuigkeiten aus seinem Atelier überraschen will. Es folgt eine Exposition des Foto-Clubs des Kulturbundes und zum Jahresende kommen erstmals Künstler aus der Mühlhäuser Partnerstadt Münster, um sich vorzustellen.

Wenn auch der Schwerpunkt der Ausstellungen auf Kunst aus der Region liegt, sind dennoch Gäste von auswärts in der Kulturbund-Galerie willkommen. „Ich freue mich ganz besonders auf die Gäste aus unserer Partnerstadt“, bekennt die Kuratorin. Denn so eine Ausstellung sei ein seit einiger Zeit im Verborgenen gehegter Wunsch von ihr.

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