Spätsommersonne lässt auf ein gutes Tröpfchen hoffen

Posted by on 20. September 2012

In wenigen Tagen beginnt im nördlichsten Weinanbaugebiet Thüringens die Weinlese

 

Von Iris Henning

 

Großvargula. Manchmal bestimmt das Wetter, wann wo was gearbeitet wird. Zum Beispiel auf dem Weinberg. Der bei Großvargula ist der nördlichste in ganz Thüringen. Und mit einer Fläche von etwa 5000 Quadratmeter wohl auch einer der kleinsten. 3000 Rebstöcke der Sorte Regent stehen auf dem nach der Sonnenseite ausgerichteten Steilhang. Elf Jahre jung sind sie. Im Jahr 2003 lieferten sie die erste Ernte. Die reichte für 900 Flaschen eines außergewöhnlichen Tröpfchens mit dem klangvollen Namen „Mons Lupi“.

In diesem Jahr wird mit einer Weinlese ausreichend für etwa 1500 Flaschen gerechnet, schätzen Andrea Hilgenfeld und

Eine tiefrote Farbe und ein köstliches Duft zeichnen den Mons Lupi, den trockenen Roten aus

Sabine Lehmann ein. Dabei kommt es ihnen weniger auf die Menge als auf die Qualität an. „Lieber weniger, dafür nur Gutes“, meint Andrea Hilgenfeld. Sie ist die Geschäftsführerin der in Bad Langensalza ansässigen Promo Beschäftigungsgesellschaft mbH, Sabine Lehmann ist Mitarbeiterin der Reko GmbH, einer Tochtergesellschaft der Promo.

Der Beschäftigungsgesellschaft ist es zu verdanken, dass in Großvargula die lange Tradition des Weinanbaus ansässig geblieben ist. Mit der neuen Rebsorte „Regent“ und der fachlichen Unterstützung eines erfahrenen Kellermeisters aus Bad Sulza startete sie einen Rettungsversuch für den kleinen aufgegebenen Weinberg.

Heute ist nicht nur die Promo stolz auf den sehr trockenen Wein mit der tiefroten Farbe. Fragt man die Großvargulaer nach dem Weg zum Anbaugebiet, sprechen sie gern von „unserem

Großvargula, aus. Andrea Hilgenfeld (r.) und Sabine Lehmann prüfen die Farbe eines Jahrgangsweins im Sonnenlicht.

Weinberg“. Darüber freut sich Andrea Hilgenfeld. „Dieser Stolz auf ein Produkt aus der Region ist uns wichtig“, erzählt sie während eines prüfenden Streifzugs durch die schnurgeraden Reihen der Rebstöcke. In dichten Trauben hängen die schwarzblauen Früchte. Erste Geschmacksproben werden genommen.Mitte Oktober ist Erntezeit für den „Regent“. Den genauen Zeitpunkt bestimmt das Wetter. An jenem Tag X wird die ganze Promo-Mannschaft mit Rebscheren auf dem Erntefeld antreten.

„2012 kann ein guter Jahrgang werden“, sieht Sabine Lehmann gute Voraussetzungen. Der Spätsommer im September bis Mitte Oktober mit reichlich Sonnenschein hat den Trauben guten Zuckergehalt geschenkt. In diesen Tagen wird Sabine Lehmann immer öfter die Öchslegrade messen. Je höher die sind, desto besser für den Wein. Vielleicht schafft dieser Jahrgang es ja auch zum Liebling. „Bis jetzt ist es der 2006er.“, weiß Andrea Hilgenfeld. Dieser Jahrgang war besonders gefragt.

Auch wenn es der „Mons Lupi“ aus Großvargula sicherlich nicht ganz nicht mit den Regent-Verwandten aus den renommierten Weinanbaugebieten im Süden aufnehmen kann, hat sich die Marke zu einem kleinen feinen Lieblingströpfchen entwickelt. „Es gibt Sammler, die möchten von jedem Jahrgang ein paar Flaschen in ihrem Keller haben“, erzählt Andrea Hilgenfeld. Zudem sei der Wein aus dem nördlichsten Anbaugebiet Thüringens auch ein beliebtes Geschenk für gute Freunde und Bekannte geworden. Und natürlich sei er auch zum selber Trinken bestens geeignet, egal ob mit oder ohne Anlass.

Übrigens: Der Mons-Lupi-Jahrgang 2012 wird spätestens im Mai nächsten Jahres zu haben sein. Zuvor können Freunde dieses Tröpfchen noch auf eine Besonderheit freuen – auf den ersten Mons Lupi aus einem Barrique-Fass. 250 Liter des Rebensaftes kamen im vergangenen Jahr in das spezielle Eichenfass. „Der Barrique dürfte nun bald reif sein“, sind Andrea Hilgenfeld und Sabine Lehmann neugierig auf das Ergebnis.

Angeboten wird der Mons Lupi unter anderem in der Geschäftsstelle der Promo in Bad Langensalza, Rumbachstraße 9, sowie am Baumkronenpfad an der Thiemsburg.

One Response to Spätsommersonne lässt auf ein gutes Tröpfchen hoffen

  1. W.Kühn

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    als ehemaliger Vargulaer möchte ich gerne einige Flaschen Ihres “ Grossvargulaer Mons Lupi“ käuflich erwerben.
    Wann haben Sie in der Rumbachstr 9 geöffnet, haben Sie noch Wein vorrätig und was kostet die Flasche?
    Für Ihre Antwort danke ich Ihnen bereits jetzt.
    Mit freundlichen Grüssen
    Wolfgang Kühn
    An der alten Trift 12
    99894 Frirdrichroda

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