Entdeckungen entlang des Kunstpfades

Posted by on 18. September 2012

Sechs Künstler aus dem Landkreis gaben Einblicke hinter die Kulissen

 

Von Iris Henning

 

Landkreis. „Für mich ist es eine kaum zu beschreibende Freude, Kunst dort zu erleben, wo sie gemacht wird“, sagt Angelika Lederer. Die Bad Langensalzaerin nutzte mit ihrem Mann Andreas den Tag des offenen Ateliers, um den Bildhauer Harald Stieding in ihrer Heimatstadt zu besuchen. „Wir kommen mit dem Künstler ins Gespräch, lernen seine Gedanken kennen und treffen zudem noch nette Menschen, die sich ebenfalls für Kunst interessieren“, schwärmt Angelika Lederer während des Rundgangs durch den bis unter die Decke prall gefüllten Stieding’schen Arbeitsraum.

Harald Stieding ist einer von insgesamt sechs Künstlern aus dem Landkreis, die am Wochenende für Kunstinteressierte die Tür zum Allerheiligsten geöffnet hatten. Über das große Interesse, besonders aus seiner Heimatstadt, freut er sich sehr. „Der alljährliche Tag des offenen Ateliers bietet uns Künstlern immer eine angenehme Gelegenheit, mit Kunstinteressierten direkt ins Gespräch zu kommen“, meint der Gastgeber.

So sieht es auch Rüdiger Mußbach aus Höngeda. Der Maler und Grafiker überraschte seinen Besuch mit einem neuen Atelier, das erst vor wenigen Tagen in ein schmuckes Holzhaus mitten im schönen Garten eingezogen ist. „Es kommen ganz gezielt Besucher. Meist haben sie sich einen ‚Kunstpfad‘ ausgesucht, den sie während des Aktionstages abfahren“, erzählt der Höngedaer. Das bestätigt auch die Mühlhäuser Keramikerin Marion Walther. Sie hatte Besuch auch aus anderen Städten, die neugierig auf Kunst aus Mühlhausen waren. Besonders freut sie sich aber über ihre „treuen Gäste“, wie sie sagt. Dazu zählt das Ehepaar Manfred und Irene Eck aus Mühlhausen. „Wir sind immer interessiert, was es Neues an Kunst und Kultur in Mühlhausen gibt“, plaudert Irene Eck.

Ebenfalls ihre Türen weit geöffnet hatten die Keramikerin Petra Arndt in Volkenroda, die Malerin Marie-Luise Leonhardt-Feijen aus Schlotheim und Kirsten Priebsch aus Mühlhausen. Petra Arndt stellte neben ihren neuen Keramik- und Bronzeobjekten auch ihren neuen Lyrik-Band „Was es will“ vor, der Ende des Jahres erscheinen wird. Die sonst fast ausschließlich mit dunklen Farben arbeitende Marie-Luise Leonhardt-Feijen fiel mit kräftigem Rot in ihren neuen Arbeiten auf und Kirsten Priebsch machte vor allem mit ihren neuen Bildtechniken bekannt.

Mit der alljährlichen Atelier-Aktion jeweils am zweiten Wochenende im September will der Verband Bildender Künstler (VBK) die Kunst und die, die sie schaffen, in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken. Die Besucher können an diesen Tagen in ganz Thüringen eine vielgestaltige Kunstlandschaft entdecken und mit den Künstlern ins Gespräch kommen. So bieten die Ateliertage Begegnungsmöglichkeiten, wie sie keine Galerie, kein Museum und auch keine Messe bieten kann. Insgesamt hatten am Wochenende etwa 50 Künstler ihre Ateliers geöffnet und verwöhnten ihre Gäste nicht nur mit Augenschmaus und angenehmen Gesprächen über Kunst, Gott und die Welt sondern ebenso mit Kaffee, Plätzchen oder Selbstgebackenem. Und groß ist jedes Mal die Freude, wenn doch das eine oder andere Stück aus dem Atelier seinen ganz persönlichen Liebhaber findet, der bereit ist, auch einen Preis dafür zu zahlen.

 

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