Natürlich lernen

Posted by on 30. August 2012

Mühlhäuser Werkstätten bieten Grundschulklassen erlebnisorientierten Unterricht an

von Iris Henning

Heyerode. Weizen, Roggen oder Gerste? Nur noch wenige können anhand der Körner die Getreideart bestimmen. Auch die Kräuterkunde ist oft schon nach Petersilie, Dill und Schnittlauch ausgeschöpft und viele sehen bei der Bestimmung von Bäumen und Sträuchern nach zwei bis fünf Arten ziemlich alt aus. Das alte Schulwissen liegt oft gefühlte 100 Jahre zurück und unter einer dicken Decke des Vergessens begraben.

Natur- und erlebnispädagogische Angebote sollen jetzt helfen, lebens- und praxisnah das Wissen um die h

Leonie und Leander aus Heyerode durften schon einmal in dem umfangreichen Begleitmaterial blättern. Bücher, Spiele und Wissensquiz ergänzen die reiche Unterrichtsstoffsammlung. Foto: Iris Henning

eimische Natur, Landwirtschaft und Ernährung nachhaltig zu vermitteln. Ein entsprechendes Projekt für Kinder der ersten bis fünften Klassen in Grund- und Förderschulen sowie Gymnasien haben jetzt die Mühlhäuser Werkstätten gemeinsam mit dem Mühlhäuser Jugendprojekt Boje und der Nationalparkverwaltung entwickelt. „Ab diesem Schuljahr kann das Angebot genutzt werden“, macht die Geschäftsführerin der Werkstätten, Astrid Faber, auf die neue Möglichkeit zur Gestaltung von Projekttagen aufmerksam. Gelernt wird dabei nicht in der Schule, sondern unmittelbar am Rand des Hainichwaldes, im Kurhaus Heyerode. Zwei Seminarräume können dort für die Projekttage angemietet werden. In würfelähnlichen Boxen steht den Lehrern dort das Wissen aus den Fächern Heimat- und Sachkunde thematisch gut sortiert und fix und fertig für einen praxisorientierten Unterricht zur Verfügung. Weizen, Roggen und Gerste sowie das ganze Umfeld vom Anbau bis zur Verwendung als Lebensmittel stehen in den Wissensboxen auf Abruf bereit, ebenso Pflanzenkunde, heimische Tierwelt, Landwirtschaft und anderes aus dem Heimat- und Sachkunde-Unterrichtspaket. Auch an Kopierunterlagen fehlt es nicht. Und weil Übung letztlich den Meister macht, können von den Kindern beispielsweise nach der Kräuterkunde frische Quarkspeisen selbst zubereitet werden oder es geht nach dem Kennenlernen der heimischen Pflanzen- und Tierwelt auf Entdeckungstour in die Natur vor der Haustür. Geht es um das Leben auf dem Bauernhof, steht der Erlebnisbauernhof in unmittelbarer Nachbarschaft am Alten Bahnhof zur Verfügung. So kann ganz natürlich gelernt werden.

„Uns geht es bei diesem Erlebnis-Unterricht darum, die Neugier der Kinder zu wecken, Aha-Effekte nachhaltig und mit Spaß am Lernen zu vermitteln aber auch um die Begegnung mit unseren Behinderten, die hier in unseren Einrichtungen arbeiten“, erklärt Frau Faber die Ziele des neuen Projekts, das als integratives Angebot erarbeitet wurde. Vorstellbar für sie ist, dass behinderte und nicht behinderte Kinder im Kurhaus ungehindert gemeinsam lernen können. „Beispiele in integrativen Schulen zeigen, dass gemeinsames Lernen für alle förderlich ist“, sagt sie.

Schulen, die an dem neuen erlebnispädagogischen Angebot interessiert sind, können sich an die Teamleiterin in Heyerode, Andrea Löbling, wenden; (036024) 89478.

 

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