Hochsaison der fliegenden Jungfrauen

Posted by on 20. Juli 2012

Die Blaugrüne Mosaikjungfer gehört zur Familie der Edelliebellen und wurde zur „Libelle des Jahres“ erklärt.

Das imposante Insekt liebt einen kleinen Tümpel genauso wie den großen Teich im Park

 

Von Iris Henning

Landkreis. Sie sind blau und grün gefleckt, werden Jungfern genannt und manche glauben, dass sie schmerzhaft zustechen können. Letzteres ist kompletter Unsinn. Libellen haben weder einen Stechrüssel noch einen Giftstachel. Sie können also gar nicht stechen.

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist nicht nur eine besonders hübsche Libelle, sondern auch eine der größten und

Eine Blaugrüne Mosaikjungfer auf Patrouillenflug. Oder beobachtet sie den Fotografen? Foto: Ralf Weise.

auffälligsten, die es in hiesiger Region gibt. Sie erreicht die beachtliche Länge von bis zu 80 Millimeter, ihre Flügelspannweite beträgt bis zu 100 Millimeter. Die imposanten Insekten gehören zur Familie der Edellibellen. Vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (Libellenkundler) wurde die Blaugrüne Mosaikjungfer zur „Libelle des Jahres 2012“ geadelt. Der Name der Libelle bezieht sich übrigens auf die Färbung der Männchen. „Am Hinterleib haben sie grüne Flecken auf schwarzem Grund. Die grünen Flecken gehen schließlich in blaue Flecken über“, erklärt der in Eigenrieden lebende Biologe und Naturfotograf Dr. Ralf Weise. Weibchen sind weniger auffällig, verzichten auf ein auffallend-schickes Äußeres. Sie bescheiden sich mit einem braun-schwarz-grün gefärbten Hinterleib.

Derzeit hat die Libelle des Jahres Hochsaison. Von Juli bis Oktober sieht man sie nahezu an allen stehenden Gewässern. Neben

Blaugrüne Torfmosaikjungfer Foto: Ralf Weise.

Waldweihern, natürlichen Tümpeln und Fischteichen zählen auch Gartenteiche und Regentonnen zu ihren Lebensräumen. Sehr anspruchsvoll ist die Blaugrüne Mosaikjungfer jedenfalls nicht. Ein naturnaher Teich im Garten oder ein Parkteich in der Stadt reicht ihr bereits aus. Die Männchen sind dort häufig bei „Patrouillenflügen“ zu beobachten. Sie fliegen wie in einem festgelegten Rhythmus auf und ab und manchmal so nah an den menschlichen Beobachter, dass dieser meint, er würde nun von diesem Insekt ebenfalls gründlichst gemustert. Doch die Libellen-Männchen halten eigentlich nur Ausschau nach Beute oder möglichen Rivalen – denn sind scharf auf Weibchen und das wollen sie für sich haben.

Von Beständigkeit hält so ein Mosaikjungfer-Kerl aber nichts. Meist schon nach wenigen Stunden suchen sich die Männchen neue Reviere.

Nach dem Liebesleben legen die Weibchen ihre Eier auf treibende Holzstückchen und nahe dem Wasserspiegel in Baumstämmen und Uferbereichen ab. Dort überwintern sie. Die dann entstehenden Larven leben im Gewässer und überwintern dort ebenfalls. Ein bis zwei Jahre dauert es, bis so eine Larve ausgewachsen ist und beschließt, an einer Pflanze aus dem Wasser zu klettern. Aus der Larve schlüpft die erwachsene Libelle – entweder als prächtiges Männchen oder bescheideneres Weibchen.

Erst seit 2011 wird die „Libelle des Jahres“ von der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen und dem BUND ausgewählt. Damit soll auf die Vielfalt der Arten und ihre Bedrohung aufmerksam gemacht werden, heißt es vom BUND. Von den 80 heimischen Libellenarten stehen 48 auf der Roten Liste gefährdeter Insekten.

 

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