Eine aromatische Verführung

Posted by on 20. Juli 2012

Walburga Braun aus Sollstedt ist seit einem Jahr im Besitz des Kräuterscheins und eine anerkannte Kräuterkundige.

Ihre Tees duften nach einer exotischen Mischung – doch es sind alles nur Kräuter aus dem Hausgarten

 

Von Iris Henning

Sollstedt. Rosmarin und Salbei, Ysop und Weinraute, Zitronenverbene und Duftpelargonie: Diese und noch viel mehr sind die Kräuter, aus denen wunderbar aromatischen Teemischungen entstehen oder die dem Gelee und der Süßspeise das kleine besondere Extra verleihen und einem Schnäpschen das Mäntelchen der Medizin umhängen. Zunehmend erobern sich die alten Küchen- und Würzkräuter wieder die Gärten und Balkone. Die Schar der Kräuter-Freunde ist im Wachsen.

Eine prächtige Kräuterlandschaft ist im Garten von Walburga Braun in Sollstedt zu finden. „Da steht der Ananassalbei,

Walburga Braun interessiert sich seit vielen Jahren für Kräuter. Mehr als 40 Sorten gedeihen in ihrem Garten in Sollstedt. Foto: Iris Henning

dort das Lungenkraut. Hier wächst Johanniskraut und da drüben fühlt sich der Frauenmantel wohl“, führt die Kräuterfee durch ihr duftendes Reich. Natürlich gibt es auch die Klassiker Schnittlauch und Petersilie. Um die 40 Sorten an Kräutern, die in ihrem Garten wachsen, könnte sie auflisten, ohne die Untersorten mitgezählt zu haben. Allein an Pfefferminzsorten gibt es die Erdbeerminze, die Schokoladenminze, die Orangenminze …

Walburga Braun ist eine Expertin in Sachen Kräuter. Seit einem Jahr besitzt die Sollstedterin den „Kräuterschein“, wie der amtliche Nachweis der Sachkenntnis mit freiverkäuflichen Arzneimitteln kurz genannt wird. Kräuter gelten nun mal als Arzneimittel und Arzneimittel dürfen normalerweise nur in Apotheken angeboten werden. Der Kräuterschein gestattet die Ausnahme. Um den Kräuterschein mit nach Hause zu nehmen, muss sogar eine Prüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer abgelegt werden

Die Prüfung hat die Sollstedter Expertin mit Bravour bestanden und darf nun auch als amtlich bestätigt Kräuterfrau ihre Kräutertees und Kräuterliköre anbieten. Zum Beispiel im alten Kuhstall des ehemaligen Sollstedter Guts. Den haben die Brauns in eine urgemütliche Sonntagnachmittags-Ausflugsgaststätte verwandelt, die sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet hat. Natürlich gibt es auch Kaffee. „Aber immer mehr Gäste wünschen sich meinen Kräutertee“, freut sich Frau Braun über das große Interesse und die Neugier auf die Hausprodukte. Gern gestattet sie ihren Gästen auch einen Besuch in ihrem Kräutergarten. Vermutlich liegt es an dem irren Duft von Lavendel und Zitronenmelisse, Orangenminze und Salbei, dass sich schnell Gespräche entspinnen über Anbau und Pflege, über Verwendung der Kräuter in der Küche und in der häuslichen Apotheke. Und dann kann es schnell passieren, dass die Gäste durch den irren Kräuterduft und das verführerische Tee-Aroma mit dem Kräuter-Virus infiziert sind und im eigenen Garten oder auf dem Balkon und in Blumentöpfen ihre Kräuterversuche beginnen.

 

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