Ein Puppen-Mensch-Kuddelmuddel

Posted by on 30. April 2012

Am Samstag, 28. April, hat das Gebrüder-Grimm-Märchen „Aschenputtel“ Premiere auf der 3K-Bühne in der Kilianikirche.

In dieser 80. Inszenierung hält sich Theaterwerkstatt an den Originaltext und doch ist alles anders.

 

Von Iris Henning

 

Mühlhausen. Ein goldener Schuh, etwa Größe 40. Oder ein bisschen größer. Wem dieser passt, wird meine Frau. So verkündet der Prinz (Benjamin Mähler), der in brauner Manchesterhose steckt. Vom Eitel angestachelt, künftig die Schwiegermutter (Marie-Luisa Freiin Marschall) eines Prinzen zu sein, schnappt sich diese kurzerhand ein Beil, um ihrer Tochter Nummer eins die Füße eine Nummer kleiner zu machen. Dumm nur, dass es in einem Märchen auch sprechende Tauben gibt, die den Prinzen – er sitzt mit seiner vermeintlichen Braut mittlerweile auf Handpuppengröße geschrumpft auf einem Stoffpferd – auf den gemeinen Betrug aufmerksam machen. Natürlich lässt sich unser Prinz diesen hinterlistigen Kuhhandel nicht gefallen. Und nachdem auch die Füße der Tochter Nummer zwei um eine Zehlänge kürzer gemacht wurden und die Tauben wieder mal nicht ihren Schnabel halten konnten, findet der Verliebte beim dritten Anlauf endlich im schmuddeligen Aschenputtel die Richtige. Ihr passt der Schuh auf Anhieb.

„Aschenputtel“, eines der bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm, haben sich die Spieler der 3K Theaterwerkstatt für ihre 80. Premiere ausgesucht. Das Märchen beginnt wie im Original mit „Einem reichen Manne, dem wurde seine Frau krank, und als sie fühlte, dass ihr Ende herankam, rief sie ihr einziges Töchterlein zu sich ans Bett und sprach …“.

Albert Sadebeck am Keyboard ist der Erzähler und auch Mitspieler dieses Märchens, das sich in dieser Inszenierung zu einem rasanten und witzigen Puppen-und-Mensch-Kuddelmuddel entwickelt. Es gibt dampfende Kochtöpfe, niedliche Täubchen, ein singendes Bäumchen und ein bisschen verrückte Spieler – drei an der Zahl, die in mindestens sieben Rollen agieren -, die dem uralten Märchen einen ganz besonderen Charme verleihen. Dabei hält sich Spielleiter Bernhard Ohnesorge in der Inszenierung fast ausschließlich an den von den Gebrüdern Grimm überlieferten Originaltext. Nur die Schlussszene lässt er weg, die, in der die Täubchen den ohnehin schon an den Füßen geschundenen Stiefschwestern von Aschenputtel die Augen aushacken. „Das war mir dann doch zu brutal. Es soll ja ein Märchen für Kinder ab vier Jahre sein“, erklärt er.

Premierevorstellung von „Aschenputtel“ ist Samstag, 28. April, 19 Uhr, in der Spielstätte Kilianikirche. Eine weitere Vorstellung des Stücks, an dem mit Sicherheit auch die Erwachsenen ihren Spaß haben werden, ist am folgenden Sonntag, 16 Uhr.

 

 

Vor der Kulisse:

Marie-Luisa Freiin Marschall in den Rollen der Mutter von Aschenputtel, Aschenputtel, der Stiefmutter von Aschenputtel und weiteren

Benjamin Mähler in den Rollen des Königs, des Prinzen und weiteren

Albert Sadebeck in den Rollen des Märchenerzählers, des Vaters

 

Hinter der Kulisse:

Spielleitung: Bernhard Ohnesorge

Musik: Albert Sadebeck

Ausstattungskonzept: Kristina Mahler

Puppen: Barbara Schäfer, Kristina Mahler

Atelierarbeiten: Kristina Mahler, Barbara Schäfer, Benjamin Mähler, Marie-Luisa Freiin Marschall

Bühne: Bernhard Ohnesorge, Albert Sadebeck und Kristina Mahler

Bühnenbau: Sebatian Gabriel, Albert Sadebeck und Benjamin Mähler

DIASCHAU

 

 

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