Spirituelle Botschaften

Posted by on 24. April 2012

Antje Kraft aus Kranichfeld ließ sich in ihrer Kunst vom Johannesevangelium inspirieren.

Sie zeigt in der Mühlhäuser Galerie Zimmer Emaillemalereien auf Stahl

 

Von Iris Henning

Mühlhausen. „Das Wort. Emaillemalereien auf Stahl“ so titelt die jetzt eröffnete Ausstellung der Künstlerin Antje Kraft aus Kranichfeld in der Galerie Zimmer am Stadtberg. Eine ausdrucksstarke Künstlerin holte sich Galerist Peter Zimmer damit ins Haus. Eine solide, sichere Handschrift und eine kraftvolle Phantasie bei der künstlerischen Umsetzung eines Themas prägen die Arbeiten von Antje Kraft. Ihr Wissen basiert auf ihrer Ausbildung an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle. Bildende und angewandte Kunst studierte sie dort in den Jahren von 1982 bis 1991.

Nach Mühlhausen brachte Antje Kraft Arbeiten, die von tiefer Spiritualität durchdrungen sind. „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott“, beginnt Antje Kraft dann auch die Vernissage zu eröffnen. Und irgendwie wirkt ihre kleine Führung durch die Ausstellung wie ein bisschen Gottesdienst. Sie erzählt von den Worten aus dem Johannesevangelium, die für sie zur schöpferischen Kraft geworden seien, von ihrer Faszination über die „Liebe, Güte und Weisheit Gottes“ und wie sie vor mehr als 20 Jahren damit begann, sich da hinein zu vertiefen und aus dieser Tiefe heraus Bilder zu schöpfen.

Die Arbeiten von Antje Kraft sind kraftvoll und in ihrer intensiven Farblichkeit sowie der handwerklichen Kunst tief beeindruckend. Ihre Emaillebilder sind meisterliche Kompositionen aus Farben und Lichteffekten. Zudem wirken sie wie Botschaften aus vergangenen Zeiten. Das liegt an der Schrift, die die Künstlerin einarbeitet. An Runen erinnern ihre selbst entworfenen Buchstaben. Nicht immer ist die Schrift gleich erkennbar und sie ist nur schwer zu lesen. Es kostet Mühe, die Botschaft zu entschlüsseln. Diese kleine Herausforderung an die Betrachter der Bilder ist der kunstvolle Trick an den Arbeiten. Wer entschlüsseln will, muss sich Zeit für die Betrachtung der Bilder nehmen. Natürlich liegt das Ergebnis der Entschlüsselung irgendwie bereits auf der Hand. Die Ausstellung „Das Wort“ kündet vom Johannesevangelium.

So wird die Galerie Zimmer für die Dauer der Ausstellung in gewisser Weise zu einem spirituellen Tempel der bildenden Kunst profanisiert.

„Das Wort. Emaillemalereien auf Stahl“ ist bis zum 10. Juni in der Galerie Zimmer am Stadtberg, Goetheweg 28, zu sehen. Geöffnet hat die Galerie donnerstags bis sonntags von 16 bis 18 Uhr.

DIASCHAU

 

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