Dorfschönheit Heyerode

Posted by on 22. April 2012

Dorfschönheiten entlang des Hainichs Im Juni vergangenen Jahres erhielt der Nationalpark Hainich von der Unesco den Status des Weltnaturerbes.

Ein Status, der den Dörfern entlang des Hainichs touristische Aufwertung bringen könnte. In dieser Serie stellen wir die Orte vor. Heute: Heyerode

Tierische Begegnung und andere Enteckungen

Von Iris Henning

Heyerode. Im Schweinsgalopp kommt das Borstenvieh auf mich zu. Vollbremsung. Mit seinem feuchten Rüssel reibt es an meinen Beinen. Schweinsäuglein blicken zu mir auf. Sehe ich darin Boshaftigkeiten? Und schon versucht das Tier, meinen Schuh aufzufressen. Hühner und Enten haben sich neugierig zusammengeschart, als wollten sie dem Spektakel schadensfroh zuschauen. „Die sind gewohnt, dass sie von den Gästen gefüttert werden“, grinst mich ein neunmalkluger Dreikäsehoch an.

Der kleine Bauernhof ist die Attraktion am Landgasthof „Alter Bahnhof“. Der Landgasthof gehört als Erholungs- und Begegnungsstätte zur anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderung des Vereins Mühlhäuser Werkstätten. Schon lange, bevor überhaupt wer nur daran gedacht hat, dass der Nationalpark Hainich einst Weltnaturerbe werden könnte, setzten die Werkstätten auf Tourismus. 2005 wurde der Landgasthof mit seinen Ferienhäusern durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband mit drei Sternen geadelt. Die hübsche Ferienwohnung wurde gar mit 5 Sternen bewertet. Im Jahr 2007 gab es das Prädikat „Familienfreundliche Einrichtung“.

Sehenswürdigkeiten gibt es einige im Ort. „Das Grenzhaus müsst ihr euch unbedingt anschauen. Dann wären da noch die Bergkirche und die alte Mühle“, erklärt uns ein Einheimischer. Der Mann ist gerade beim Straßekehren. Es ist Samstagvormittag, als wir mit unseren Fahrrädern auf Tour sind. Den wenigen Menschen, denen wir zu dieser Tageszeit in Heyerode begegnen, sind überhaupt alle sehr beschäftigt. Es wird im Garten gearbeitet oder die Fassade verputzt, es wird gemauert, gehobelt, gesägt und geputzt. Es scheint, als wäre Heyerode mitten im Endspurt im Wettbewerb um das schönste Dorf. Mit seinen gepflegten Straßen, seinen relativ geschlossenes Ensemble an hübschen Fachwerkhäusern und -hofanlagen sowie neugebauten schicken Häusern hätte es wohl gute Chancen.

Die meisten der empfohlenen Sehenswürdigkeiten bleiben uns unangemeldeten Besuchern allerdings verschlossen. Die Obermühle im Westen des Dorfes – ein technisches Denkmal – sowie das Grenzhaus im Osten sind im Privatbesitz. Besichtigungen sind nur von außen möglich. Doch wer seine Freude an historischer Architektur hat, wird auch an einer Außenbesichtigung seine Freude haben. Zudem bleibt der Reiz, die Bewohner vielleicht anzutreffen und mit ihnen in ein freundliches Gespräch zu kommen – mit der Aussicht auf eine kleine Führung durch das private Refugium.

In der nächsten Folge stellen wir Diedorf vor.

DIASCHAU

Steckbrief

Heyerode liegt im Nordwesten des Thüringer Höhenrückens, dem Hainich. Das Dorf wurde vermutlich um 1250 gegründet.

Mit etwa 2250 Einwohner gehört Heyerode zu den größeren Dörfern am Rand des Hainichs.

 

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